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"Raubopfer" hielt alle zum Narren

©Bilderbox
Feldkirch - Ein Supermarktbetreiber aus Fußach rammte sich ein Messer selbst in den Bauch.

In der Nacht auf den 20. März 2006 ging bei der Polizei ein Notruf ein. Der Betreiber eines Geschäfts in Fußach gab an, überfallen und niedergestochen worden zu sein. Zwei Jahre später erkannte das Gericht nach einem langen und aufwendigen Verfahren: Das Verbrechen war vorgetäuscht, der junge Mann hatte sich das Messer selbst in den Bauch gerammt. Es war ein langwieriger Prozess, mehrere Sachverständige und unzählige Zeugen mussten gehört werden.

In der Nacht um 1.15 Uhr rief der Mann damals die Polizei. Vorgefunden wurde er mit einem Messer im Bauch, sein Geschäft war vernebelt von Rauch. Das gelegte Feuer war bei Eintreffen der Fahnder bereits gelöscht. Das vermeintliche Opfer wurde ins Spital gebracht und notoperiert, Lebensgefahr bestand jedoch nicht. Die Polizei leitete eine Alarmfahndung ein, doch die angeblichen Räuber waren wie vom Erdboden verschluckt. Die Angaben des Geschäftsinhabers waren äußerst spärlich: zwei Täter mit Faustfeuerwaffen, schwarz gekleidet, maskiert, klein. Der Rest blieb unklar. Je mehr sich die Ermittler mit dem Fall beschäftigten, desto wahrscheinlicher wurde, dass die Tat vorgetäuscht war. Nun gab es nach zwei Jahren ein Urteil. Der Mann erhielt wegen des Vortäuschens einer Straftat eine bedingte Geldstrafe von 720 Euro. Der Staatsanwaltschaft ist dies zu wenig, sie ficht das Urteil mittels Strafberufung an. Nun hat das Oberlandesgericht Inns­bruck das letzte Wort. Der Angeklagte war bis zuletzt nicht geständig. „Ich habe diesen Raub nicht vorgetäuscht“, beteuert er bis heute.

Laut Richter Peter Mück gab es ein Unzahl von Widersprüchen in der Verantwortung des Geschäftsbetreibers. „Die Verletzung wurde mit 80- bis 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit selbst zugefügt“, so Gerichtsmediziner Walter Rabl. Ein zweites Gutachten bestätigt dies. Die Ehefrau des „Opfers“ hatte in der Tatnacht mehrfach versucht, ihren Mann anzurufen, erreichte ihn jedoch nie. Auch die Art der Brandlegung machte das Gericht stutzig. Außerdem gab der Ladenbetreiber an, zu dieser späten Stunde Warenbestände überprüft zu haben. „Dass man dies im Dunkeln tut, ist ziemlich unglaubwürdig“, so die Urteilsbegründung. Was den Mann dazu bewogen hat, sich selbst ein Messer in den Bauch zu rammen und dabei sein Leben zu riskieren, ist bis zum Schluss ein Geheimnis geblieben.

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