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Rankweil bekommt eine Bürgermeisterin

Am 29. April 2019 wird Martin Summer sein Amt nach 11 Jahren an Katharina Wöß-Krall übergeben.
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Im Gemeindeamt in Rankweil bricht eine neue Ära an. Im großen Doppel Interview halten Noch-Bürgermeister Martin Summer und -Vizebürgermeisterin Katharina Wöß-Krall Rückschau und Ausblick.

Herr Summer, für viele kommt Ihr Rücktritt überraschend, was sind die Gründe dafür?

Summer: Es gibt zwei Gründe dafür. Zum einen wurde ich bereits mit 36 Jahren Bürgermeister und mir war von Anfang an klar, dass ich nicht als Politiker in Pension gehen möchte. Jetzt habe ich aufgrund von Pensionierungen die Möglichkeit, an meine „alte“ Stelle beim Amt der Vorarlberger Landesregierung zurückzukehren und die möchte ich nutzen. Zum anderen – und das ist ein ganz wesentlicher Punkt – habe ich mit Katharina Wöß-Krall eine Nachfolgerin, von der ich weiß, dass sie diese Funktion gut ausfüllen und die umfangreichen Arbeiten in Rankweil gut weiterführen wird. Somit kann ich mein Amt mit einem sehr guten Gefühl übergeben.

Frau Wöß-Krall, Sie werden die erste Bürgermeisterin in Rankweil, wird sich dadurch etwas ändern?

Wöß-Krall: Das wird man erst sehen. Ich denke, nicht nur der Umstand, dass ich eine Frau bin, sondern auch, dass Martin Summer und ich vom Typ her verschieden sind, wird meine Amtsausübung prägen. Ich weiß, dass ich eine bestens geführte Gemeinde übernehmen darf und freue mich sehr darauf, die Zukunft von Rankweil mitzugestalten.

Herr Summer, was haben Sie in Ihrer Zeit als Bürgermeister bewirken können?

Summer: Die besondere Herausforderung in Rankweil ist, die Position als starke Wirtschaftsgemeinde im südlichen Rheintal zu halten und gleichzeitig die hohe Lebensqualität sicherzustellen. Ich denke, das ist in den letzten Jahren ganz gut gelungen. Wir haben es geschafft, bestehenden Betrieben Erweiterungsmöglichkeiten zu
bieten und gleichzeitig Anreize für Neuansiedlungen zu schaffen. Auf der anderen Seite sind wir Vorzeigegemeinde im Bereich Familie. Mit dem Kinder- und Familientreff Bifang konnten wir eine Art Campus schaffen für Kinder von der Geburt bis zum Volksschulabschluss und ihre Eltern. Auch beim Projekt „Kein Kind zurücklassen“ sind wir Pilotgemeinde.

Wie hat sich das Betriebsgebiet Römergrund entwickelt?

Summer: Hier ist eine tolle Mischung aus bereits ortsansässigen und neuen Betrieben gelungen. In einer zweiten Phase werden wieder attraktive Arbeitsplätze geschaffen: b2 electronic wird bauen, Hörburger
Installationen wird den Firmensitz in den Römergrund verlegen, Metzler Fertigungstechnik wird nach Rankweil zurückkehren und Seidl Catering wird ein Businesshotel mit Cateringküche errichten – hier ist der Spatenstich heuer im Juni geplant. Somit bietet das Betriebsgebiet über 400 Arbeitsplätze. Parallel zu dieser Entwicklung haben wir in den gemeinnützigen Wohnbau investiert und auf fast 800 Wohnungen aufgestockt.

Frau Wöß-Krall, gibt es einen Bereich, in dem Sie besondere Schwerpunkte setzen möchten?

Wöß-Krall: Als langjährige Obfrau des Ausschusses für Gesellschaft und Soziales liegen mir die Sorgen und Anliegen der Menschen besonders am Herzen. Im Ausschuss waren die Senioren mein Thema. Mit der Eröffnung des Hauses
Klostereben wurden hier schon vorbildhafte Strukturen geschaffen. In Anbetracht der demographischen Entwicklung müssen wir uns jetzt Gedanken machen, welche Wohnformen in Zukunft die geeigneten sein werden. Hier gehen die Überlegungen in Richtung betreutes Wohnen oder Generationenhaus. Ein spannendes Projekt ist auch die Zentrumsentwicklung rund um die Ringstraße, dies werden wir aufgrund des zunehmenden Verkehrs zügig vorantreiben müssen. Bei allen Themen ist es mir wichtig, die Bevölkerung mit einzubinden und ihre Wünsche und Ideen in die Entscheidungen einfließen zu lassen.

Herr Summer, auf was sind Sie besonders stolz?

Summer: Was mich stolz macht ist, dass wir trotz vieler Investitionen nicht nur den Schuldenstand
reduzieren konnten, sondern heute auch mehr Rücklagen haben als bei meiner Amtsübernahme 2008. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von unter 1000 Euro sind wir gut aufgestellt. Dies ermöglicht gewisse Spielräume für die Zukunft. Was mich auch sehr freut ist, dass unsere Leistungen im Bereich der naturnahen Begrünungen und somit in der Biodiversität mitten in einem industriell geprägten Ort weit über die Landesgrenzen hinweg, als beispielgebend angesehen werden.

Gibt es etwas, das Ihnen nicht so gut gelungen ist?

Summer: Seit 2010 warten die Bürger auf den versprochenen Sutterlüty-Markt im Unterdorf. Hier hätte ich anders verhandeln und die vereinbarte Neuerrichtung an ein Datum knüpfen müssen. Glücklicherweise wendet sich jetzt alles zum Guten, die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen und laut Jürgen Sutterlüty soll der neue Markt noch heuer im Herbst eröffnet werden. Das ist fast wie ein kleines Abschieds Geschenk für mich.

Frau Wöß-Krall, wie werden Sie Bürgermeisteramt und Familie unter einen Hut bringen?

Wöß-Krall: Interessanterweise ist dies eine Frage, die nur mir als Frau gestellt wird. Glücklicherweise habe ich einen großen Rückhalt in der Familie. Ich bin sehr stolz auf meinen Mann, der beruflich zurücktritt, um mir mehr Freiraum für das Bürgermeisteramt zu schaffen. Gleichzeitig sieht er es als Chance, wertvolle Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Ich hätte ohnehin in absehbarer Zeit vorgehabt, in meinen Beruf als Juristin zurückzukehren – das Bürgermeisteramt sehe ich als große Chance, die ich unbedingt nutzen möchte. Ich denke, es ist ein herausfordernder, aber auch sehr schöner Beruf, nirgendwo anders kann man so nah an der Bevölkerung sein.

Herr Summer, was wünschen Sie Ihrer Nachfolgerin?

Summer: Natürlich viel Erfolg und eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung, seitens der Institutionen und Vereinen – so wie ich sie damals erfahren durfte.

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