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Raiffeisenbank Vorarlberg fürchtet Negativzinsen auf Kredite

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Zinszahlungen an Kreditnehmer bedrohen das Geschäftsmodell der Regionalbanken. Bei der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg ist man mit 2014 jedoch zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden wieder mehr Kredite vergeben, die Bilanzsumme bleibt aber quasi unverändert. Mit Mai startet die Genossenschaftsbank unter "mit.einander.at" eine eigene Crowdfunding-Plattform.
Raiffeisenbank mit 2014 zufrieden

Als Herausforderungen bezeichnet Vorstandsvorsitzender Wilfried Hopfner bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2014 den freigegebenen Frankenkurs und die zunehmenden Regulierungen durch die EU. Die europäische Finanzpolitik scheine auf ein System von Großbanken hinzuarbeiten, in dem Regionalbanken wie die Raiffeisenlandesbanken keinen Platz mehr hätten. Die Gefahren einer solchen Ausrichtung zeige sich aber an der Hypo Alpe Adria, warnt Hopfner.

Bedrohung Negativzins

Existenzbedrohend sei jedoch der drohende Negativzins auf Kredite, warnt sein Stellvertreter Johannes Ortner. Während dieser für große Investmentbanken ein geringes Problem sei, entziehe man so regionalen Geschäftsbanken die Grundlage. Diese leben von der Spanne zwischen den Zinsen, die sie durch Kredite erhalten und auf Bankguthaben zahlen. Sobald man nun aber sowohl an die Sparer wie Kreditnehmer Zinsen zahlen müsse, werde das Geschäftsmodell auf den Kopf gestellt. Negativzinsen werde es daher bei der Raiffeisenbank nicht geben, stellt Ortner in Aussicht.

Vertrauen in Zukunft statt niedrige Zinsen

Diese Niedrigzinspolitik der EZB ist außerdem aus Sicht Hopfners wenig zielführend. Wichtig sei es vor allem, das Vertrauen in den Euro, die Politik und den Wirtschaftsraum Europa zu stärken. Wenn die Stimmung gut sei, steige auch wieder die Investitionsbereitschaft, unabhängig von den Zinsen. Hier fehle es jedoch an Hopfner fordert hier auch, dass man mit der Klientelpolitik aufhöre, es müsse jeder seinen Beitrag leisten statt dass immer die selben Berufsgruppen zum Handkuss kommen.

Raiffeisenbank vergibt wieder mehr Kredite

Unter diesen Gesichtspunkten ist man mit dem Jahr 2014 sehr zufrieden. So konnte die Kreditvergabe der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg um 4,7 Prozent auf 6,968 Millionen erhöht werden, die der Raiffeisenlandesbank sogar um 9,8 Prozent auf 1,28 Millionen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt mit 23,5 Millionen auf einem ähnlichen Niveau wie 2013, wenn man den letztjährigen Sondererlös durch den Verkauf von Verbundunternehmungen an die RZB herausrechnet. Leicht rückläufig sind jedoch die Einlagen von Kunden, diese gingen um 0,6 Prozent bei der Raiffeisen Bankengruppe und um 0,9 Prozent bei der Raiffeisenlandesbank zurück. Auch das Betriebsergebnis der Bankengruppe ist daher um 0,2 Prozent auf 65,3 Millionen gesunken.

Raiffeisenbank startet Crowdfundigplattform

Den Genossenschaftsgedanken der Raiffeisenbank will man auch mit neuen Unternehmungen treu bleiben. Deshalb startet die Raiffeisenbank mit Mai auch eine eigene regionale Crowdfundingplattform. Unter mit.einander.at sollen künftig spendenbasiertes Crowdfunding ermöglicht werden. In den kommenden Jahren soll auch ein gewinnorientiertes Crowdinvestment zur Finanzierung von Start-ups hinzukommen.

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