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Radservice ganz transparent

Auch schon das Fahrrad zum Händler gebracht mit der Aufforderung: "An Service bitte?" Und dann ob der Rechnung maßlos erschrocken?  Servicearten | Kauftipps [166KB]

Und durch die Erklärung, dass Service nicht gleich Service ist, auch nicht glücklicher geworden?

Klare Sprache tut Not

Dann sind Sie kein Radprofi, sondern „Gelegenheitsradler“. Dann haben sie erfahren, was auch Wolfgang Wölfle von der Wirtschaftskammer bedauert: Es gibt nämlich keine verbindliche Serviceliste. Für Autos existiert sie. Der Radler muss glauben, was ihm der Händler in Rechnung stellt. Oft genug ist die Leistungsbeschreibung so schwammig wie der Auftrag es war: „An Service“ eben.

„Natürlich“, räumt Horst Mathis ein, „gibtÑs in unserer Branche auch graue Schafe. Und es gibt Missverständnisse.“ Die vor allem. „Wenn ein Kunde sein Rad zum Service bringt, hat er bereits ein bestimmtes Leistungsspektrum im Kopf.“ Sagt er nicht genau, was er will, nimmt das Malheur seinen Lauf.

Etwa 20 bis 100 Euro

Der Hohenemser Fahrradhändler ist Fachgruppenobmann. Seiner Erfahrung nach kosten Serviceleistungen zwischen 20 und 100 Euro im Durchschnitt, Materialkosten nicht eingerechnet. Mathis rät den Kunden Folgendes:

Auftragserteilung: „Die Problematik beginnt bei der Annahme. Sagen Sie dem Mechaniker klar, was Sie erwarten.“ Viel Unheil würde vermieden, „würden beide Seiten einander zuhören.“ Zusatz: „Eigentlich sollte man einen schriftlichen Auftrag erteilen.“

Fahrradrückgabe: „Wichtig wäre: Steigen Sie kurz auf und drehen Sie ein paar Runden. Schalten Sie alle Gänge einmal rauf und runter und bremsen Sie mehrmals.“ Auch die Lichter kurz kontrollieren. „Das ist Ihre einzige Chance, die Leistung zu kontrollieren.“ Wer acht Tage später kommt, hat schlechte Karten.

Der große Service nimmt laut Mathis knapp zwei Stunden in Anspruch. Eine Gesellenstunde kostet zur Zeit 55 Euro. Das Material kommt noch hinzu. Bei einem ganz normalen Bike wären das etwa

  • “12 Euro für vier Bremsbeläge,
  • 15, 20 Euro für einen Reifen,
  • 7 Euro für Griffe oder
  • 2,80 bis 3,50 Euro für ein Bremsseil oder ein Schaltseil, die getauscht werden müssen.

    Der Kettenwechsel zählt schon zu den großen Streitfragen in der Branche. „Wir haben Händler, die relativ schnell wechseln.“ Tatsache ist: „Wird beim Mountainbike die Kette ausgetauscht, sobald die Leistung durch Ausdehnung um 50 bis 70 Prozent abgenommen hat, hält der Zahnkranz drei bis vier Mal so lang.“ Für alle Kunden, die solche Erörterungen schon überfordern, gilt: „Fragen Sie nach, bis Sie exakt wissen, was Sie erwartet.“ So erspart man sich Überraschungen.

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