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Psychisch Kranker muss in Anstalt

Psychisch Kranker muss in Anstalt - Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.
Psychisch Kranker muss in Anstalt - Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. ©VOL.AT/Steurer
Feldkirch - Ein 45-Jähriger, der in der Türkei drei Personen getötet haben soll, ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Die Geschworenen brauchten nicht lange um ihre Entscheidung zu treffen. Der Österreicher türkischer Abstammung sei weiterhin eine Gefahr, hieß es.
Haller: Täter unzurechnungsfähig
Schwieriger Fall vor Gericht
Türkei: Mehrere Personen getötet
Bilder aus dem Gerichtssaal

Dass der Mann in einem Schub von paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie 2006 in der Türkei drei Menschen getötet und zwei schwer verletzt hat, war mehr oder weniger klar. Die Taten, die am Mittwoch nicht im Vordergrund standen, bestritt er nie, da er sich offenbar nicht an diese erinnern kann. Von der türkischen Justiz wurde der 45-Jährige als nicht zurechnungsfähig beurteilt und in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Nach mehreren Jahren wurde er unter Auflagen entlassen und zog nach Vorarlberg, wo er zunächst unauffällig lebte.

Als er bemerkte, dass sich sein Zustand verschlechterte, begab er sich freiwillig in psychiatrische Behandlung. Er wird am Landeskrankenhaus Rankweil in der geschlossenen Abteilung betreut. Um auch in Österreich eine Einweisung zu erreichen, war eine Verfügung durch ein österreichisches Gericht nötig.

Eine wesentliche Rolle kam daher in dem Prozess dem Gutachten von Gerichtspsychiater Reinhard Haller zu. Die Frage der Zurechnungsfähigkeit und die Zukunftsprognose wurde von Haller ausführlich beantwortet. Somit kamen die acht Laienrichter in einer halben Stunde zu dem Ergebnis, dass es auch für den Betroffenen das Beste ist, wenn er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen wird. Die Einweisung erfolgte für unbestimmte Zeit.

Zukunft

Je nach Verlauf kann der Patient unter Umständen irgendwann in gelockerter Form behandelt werden, möglicherweise sogar in eine betreute Wohngemeinschaft übersiedeln. Auch Ausgänge wären dann möglich. Ob seine Krankheit sich so weit bessert, dass er unter Umständen wieder ein „normales Leben“ führen kann ist offen. Derzeit ist der 45-Jährige in der geschlossenen Abteilung untergebracht. Die wichtigste Frage für den Mann ist offenbar: „Wie lange muss ich bleiben?“. Verteidiger Simon Mathis nimmt Bedenkzeit um seinem Mandanten die Entscheidung ausführlich zu erklären. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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