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Prozess wegen Großbetrugs beginnt

Fünf Jahre lang wurde der Vorarlberger per internationalem Haftbefehl von der Interpol gejagt. Aber erst im Juli diesen Jahres klickten für den mutmaßlichen Großbetrüger auf der Ferieninsel Ibiza die Handschellen.

Seit der Auslieferung sitzt er in Untersuchungshaft in Feldkirch. Morgen beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Möbelkönig. Die Anklage lautet auf schweren Betrug und Untreue.

Ihm wird vorgeworfen seine Verwandten und andere Geschäftspartner mit getürkten Bilanzen sowie manipulierten Geschäftsunterlagen im Zuge einer Übernahme eines Möbelhauses betrogen zu haben.

Dadurch sei für die jetzt klagenden Parteien ein Schaden von mindestens 720.000 Euro entstanden. Auch die Unterschlagung von 70.000 Euro Prämienzahlungen aus Geschäften mit anderen Möbelunternehmen wird dem ehemaligen Möbelhändler zur Last gelegt.

So soll er laut Anklageschrift den Inventurwert für Warenvorräte mit 341.000 Euro ausgewiesen haben. Tatsächlich betrug er aber nur 180.000 Euro. Weiters soll der Angeklagte den neuen Betreibern des Möbelgeschäftes ausstehende Forderungen von Lieferanten in der Höhe 150.000 Euro einfach verschwiegen haben.

Die mutmaßlichen betrügerischen Machenschaften des 57-jährigen liegen zum Teil schon über zwei Jahrzehnte zurück. 1992 zerplatzt aber die über Jahre aufgebaute Schein- und Glitzerwelt des Möbelhändlers wie eine Seifenblase. Er verschwindet über Nacht von der Bildfl äche, flüchtet nach Brasilien. 1999 bis 2004 lebt der 57-jährige Vorarlberger in Saus und Braus auf einer luxuriösen Finka der Sonneninsel Ibiza.

Dem Angeklagten drohen im morgigen Prozess bis zu zehn Jahre Gefängnis. Er selbst ist nicht geständig.

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