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Prozess um verseuchte Babynahrung: Geständnis von Ex-Sanlu-Chefin

Im Prozess um versuchte Babynahrung in China hat sich am Mittwoch eine ranghohe Mitarbeiterin des Herstellers Sanlu schuldig bekannt. Die ehemalige Vorstandschefin des Konzerns, Tian Wenhua, gab zu, gefälschte oder minderwertige Produkte hergestellt und verkauft zu haben.

Drei weitere ehemalige Sanlu-Manager stehen wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht. Allen Angeklagten droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe.

Tian erklärte laut Xinhua vor Gericht, sie habe Mitte Mai von Beschwerden über die Qualität der Milch erfahren und daraufhin Untersuchungen eingeleitet. Die Behörden habe sie jedoch erst Anfang August schriftlich über den Fall informiert.

In den vergangenen Tagen begannen Xinhua zufolge bereits Prozesse gegen 17 weitere Verdächtige. Mindestens vier von ihnen könnten zum Tod verurteilt werden. Der Hersteller der verseuchten Babynahrung boten den betroffenen Familien ein Entschädigungspaket in Höhe von rund 1,1 Milliarden Yuan (112 Millionen Euro) an. Anwälte der Kläger lehnten dies als zu niedrig ab. Wie lange die Prozesse dauern werden, war nicht klar.

Mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milchprodukte werden für den Tod von mindestens sechs Babys und die Erkrankung von rund 300.000 Kindern verantwortlich gemacht. Die Prozesse und die Ankündigung des Entschädigungspakets deuten darauf hin, dass die Behörden möglichst rasch einen Schlussstrich unter den Skandal ziehen wollen, der massive Probleme bei der Lebensmittelsicherheit in China ans Licht gebracht hat.

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