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Prozess: Leiche als Schweinefraß

In Kassel hat am Montag der Prozess gegen einen 31-jährigen Landwirt begonnen, der seine Eltern ermordet haben soll und die Leiche eines Bekannten Schweinen zum Fraß vorgeworfen hat.

Die Staatsanwaltschaft wirft Christian R. neben dem Doppelmord auch Störung der Totenruhe vor.

Der Bauer soll im Jahr 2000 seinen Vater mit einem Bolzenschneider hinterrücks im Kuhstall des Anwesens erschlagen haben. Der 31-Jährige hatte damals erklärt, dass der Vater von einer Kuh totgetreten worden war. Seine Mutter soll er vier Jahre später aus Habgier im Schlaf erwürgt haben.

Verteidiger Knuth Pfeiffer sagte, dass sein Mandant den Vorwurf der Störung der Totenruhe voll gestehe. Die Mordvorwürfe weise er kategorisch zurück. „Ich sitze hier und empfinde Bitterkeit und Zorn“, sagte Christian R. Er habe seine Eltern nicht umgebracht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Motiv massive Geldprobleme waren. Nach dem Tod des Vaters erbte Christian R. den Hof. Die Mutter erhielt das Wohnrecht. Um über den Hof allein bestimmen zu können, habe der Landwirt die 56-jährige Mutter erwürgt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Den Tod habe Christian R. als Folge ihrer Erkrankungen darstellen können.

Im Jahr 2005 starb laut Anklage auf dem Hof unter nicht geklärten Umständen ein Pensionist. Der 73-jährige Bekannte von Christian R. habe ihm eine Verfügungsbefugnis über sein Konto erteilt. Um die Rente des Verstorbenen weiter zu erhalten, habe der Angeklagte dessen Tod verheimlicht. Die Leiche sei zuerst ein halbes Jahr in der Kühltruhe gelagert und wahrscheinlich mit einem Bolzenschneider zerteilt worden. Anschließend habe der Angeklagte die Leichenteile teilweise an die Schweine verfüttert.

Die 6. Strafkammer setzte für das Verfahren insgesamt 18 Verhandlungstermine an. Ein Urteil wird voraussichtlich am 19. Juni gesprochen.

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