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Prozess in Eisenstadt um verbrannte Frauenleiche: Mutmaßlicher Täter spricht

Prozess im Burgenland: Der mutmaßliche Täter spricht
Prozess im Burgenland: Der mutmaßliche Täter spricht ©Apa
Der Prozess um eine verbrannte Frauenleiche, die im Juli 2011 in Nickelsdorf gefunden wurde, ist im vollen Gange. Jetzt äußerte sich auch der mutmaßliche Täter, ein 60-jähriger Mann, zu der Tat.
Prozess startet

“Ich bin schuldig der Leichenschändung, aber des Todes nicht”, erklärte der 60-jährige Agustin S. am Montag, den 23. Jänner in Eisenstadt vor Gericht. Knapp drei Monate kannten sich er und das Opfer, Lydia D., ehe es am 20. Juli zu einem Streit kam, der schließlich mit dem Tod für die 72-Jährige endete.

Eisenstadt: Angeklagter spricht über die Tat

Weiter meinte der Angeklagte “Sie war für mich immer lästig”.  Die in Wien lebende Frau sei Agustin S. “ziemlich nachgestiegen”, so sein Verteidiger Farid Rifaat. Am Tag des Mordes seiten dem Angeklagten “die Nerven durchgegangen”. Der 60-Jährige meinte weiter, er hätte sich von der 72-Jährigen belästigt gefühlt, da diese unbedingt eine Beziehung mit ihm haben wollte.  Der Angeklagte gab an, dass die beiden keine sexuelle Beziehung zueinander hatten.

Lediglich am Tag vor der Tat hätte es derart körperlichen Kontakt – auf ihren Wunsch – gegeben. Er habe dem nur zugestimmt, weil sie ihm versprochen habe, dass sie ihn für den Rest ihres Lebens in Ruhe lasse.

Heftiger Streit zwischen Opfer und Angeklagtem

Bei der Rückfahrt von einem Ausflug nach Bratislava habe Lydia D. den Beschuldigten beschimpft. Es kam zum Streit und zu zwei Schlägen: Mit der Faust ins Gesicht der 72-Jährigen und mit der Lenkradsperrstange auf den Kopf. Das Opfer hätte ihn im Auto auf der Rückfahrt von einem Ausflug nach Bratislava beschimpft und zu ihm gesagt, dass “mich meine Frau betrügt und dass unsere Kinder (die er mit seiner Ehefrau hat, Anm.) gar nicht von mir sein können”, schilderte der Angeklagte die Minuten vor der Tat. Außerdem habe D. ihn persönlich bedroht. “Es war ein sehr heftiger Streit. Sie beschimpfte mich immer wieder.”

Er habe ihr gesagt, dass er sie aussteigen lasse, sobald sie wieder in Österreich wären. Das habe Lydia D. allerdings nicht geglaubt, woraufhin der Angeklagte das Fenster auf der Beifahrerseite runterließ und ihre Tasche rausschmiss. der 60-Jährige meinte dazu “Sie begann zu schreien. Ich habe noch einmal gesagt ‘Halt den Mund'”. Dann schlug er ihr mit der Faust ins Gesicht, schilderte er und betonte, er wollte mit der flachen Hand zuschlagen. “Es war ein fester Schlag”, sagte der Beschuldigte.

60-Jähriger verlor völlig die Kontrolle

Das Opfer stieß daraufhin gegen die Tür oder das Fenster, ihr ganzer Körper sackte zusammen und fiel nach vorne, der Kopf fiel nach unten. Die 72-Jährige rührte sich danach zwar nicht mehr, aber er habe dennoch gesagt: “Bleib ruhig und halt den Mund”. Der 60-Jährige riss ihr ein Stück vom Rock ab und bedeckte ihr Gesicht bzw. ihren Kopf damit. “Dann sah ich die Stange liegen. Ich habe sie ganz schnell genommen. Ich habe gesagt: ‘Sei ruhig, ich will dich nicht mehr hören’ und zugeschlagen.”

Er sei völlig außer sich gewesen, meinte der Angeklagte weiter und habe völlig die Kontrolle verloren. Er sei panisch geworden. Er sei einen Weg entlang gefahren, stehen geblieben und keinen Puls mehr bei der 72-Jährigen gefühlt.  Danach habe er die 72-Jährige – in der Annahme sie sei tot – aus seinem Auto gehoben und rausgelegt.

“Wie sie dort gelegen ist, habe ich mir gedacht: Warum tust du mir das an? Du bist eine Hexe.” Weil er so “wahnsinnig böse war” trat er auch noch mit dem Fuß mehrmals auf das Gesicht des Opfers ein.

“Wenn ich sie anzünde, dann ist sie weg”

Eigentlich habe er die Frau vergraben wollen. Er habe sie jedoch schließlich angezündet, weil er dachte “wenn ich sie anzünde, dann ist sie weg”. Den Benzinkanister, den er in seinem mit Diesel betriebenen Pkw mitfuhr, habe er laut Staatsanwalt mitgeführt, weil er Treibstoff für den Rasenmäher holen wollte.

Trotzdem beantwortete der 60-jährige Angeklagte nicht Frage nach der Schuld an der Tat. Dazu sagte er “Ich gebe ihr nicht die Schuld. Es ist auch für mich eine traurige Situation” und weiter, dass er für seine Tat bestraft werden möchte.

Prozess in Eisenstadt vertagt

Der Prozess um die Ermordung einer 72-jährigen Wienerin im Juli 2010 bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) ist am Montag im Landesgericht Eisenstadt nach der Befragung von zwölf Zeugen auf Dienstag vertagt worden. Morgen sollen weitere 15 Zeugen befragt werden. Dann kommen die vier Gutachter, darunter auch Profiler Thomas Müller, in Eisenstadt zu Wort.

(APA)

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