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Prozess gegen brutale Polizisten gescheitert

Rund ein Jahr nach der brutalen Misshandlung eines schwarzen Jugendlichen durch weiße Polizisten hat eine Jury in Los Angeles die angeklagten Beamten nicht verurteilt.

Die zwölf Geschworenen konnten sich am Dienstag nicht auf ein einheitliches Votum einigen. Nur sieben Jury-Mitglieder hielten den Polizisten Jeremy Morse für schuldig, Anfang Juli vergangenen Jahres den damals 16-jährigen Donovan Jackson bei seiner Festnahme mit dem Kopf gegen den Wagen gestoßen und ins Gesicht geschlagen zu haben. Ein Amateurfilmer hatte den Vorfall auf Video aufgenommen. Staatsanwalt Steve Cooley bedauerte das Urteil. Die Polizei wurde in Alarm versetzt, um Unruhen zu verhindern.

Der heute 25-jährige Morse war nach dem Vorfall vom Dienst in Inglewood, einem Stadtteil von Los Angeles suspendiert worden; an seiner Täterschaft konnte kaum Zweifel bestehen: Der im US-Fernsehen mehrmals gesendete Videofilm zeigte, wie vier Polizisten Jackson am 6. Juli 2002 auf einer Tankstelle in Handfesseln zu einem Polizeiauto führten und wie Morse den Kopf des Jugendlichen gegen den Wagen stieß und ihm anschließend ins Gesicht schlug. Der Jugendliche habe sich den Beamten widersetzt und sie angegriffen, gab die Polizei an. Die Familie sagte, Jackson habe eine Sprachstörung sowie Hör- und Lernprobleme und sei manchmal in seinen Reaktion etwas langsam. Das Video löste in den USA Empörung aus. Hunderte Menschen protestierten gegen Polizeigewalt.

Einen 26-jähriger Kollegen von Morse, der anschließend zur Verdeckung der Tat den Polizeibericht gefälscht haben soll, sprach die Jury frei. Nur einer der Jury-Mitglieder war Schwarzer, die übrigen elf waren Hispano-Amerikaner.

„Wir sind nicht einverstanden und enttäuscht, dass die Jury-Mitglieder nicht dasselbe Verbrechen gesehen haben, dass wir sahen“, sagte Cooley nach dem Scheitern des Prozesses. Der Staatsanwalt will nun prüfen, ob ein neues Verfahren möglich ist. Bereits im Gerichtssaal löste die Entscheidung Protest aus. „Hier gibt es keine Gerechtigkeit“, klagt ein Menschenrechtsaktivist. Weitere Menschenrechtler protestierten vor dem Gericht.

Der Gouverneur des US-Staats Kalifornien, Gray Davis, mahnte zur Besonneheit. Auch wer eine andere Meinung zu dem Urteil habe, solle die Entscheidung akzeptieren und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft abwarten. Polizeieinheiten wurden in Alarm versetzt, um Ausschreitungen in der Millionenstadt mit den vielen verschiedenen Volksgruppen zu verhindern.

Der Vorfall in Inglewood und auch das Urteil weckten in Los Angeles unmittelbar Erinnerungen an den Fall Rodney King, der 1992 die schwersten Rassenunruhen in den USA seit den 60er Jahren ausgelöst hatte. Der schwarze Autofahrer King war im März 1991 auf einer Autobahn bei Los Angeles von vier weißen Polizisten brutal zusammengeschlagen worden. Der Freispruch der Beamten vor Gericht hatte im April 1992 in mehreren Städten der USA zu tagelangen Ausschreitungen geführt. Bei den Unruhen wurden damals 55 Menschen getötet und mehr als 2000 verletzt.

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