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Prozess: Freund aus Eifersucht getötet

Feldkirch - Ist es „nur“ Körperverletzung mit Todesfolge oder ein kaltblütiger Mord? Diese Frage müssen heute acht Geschworene am Landesgericht Feldkirch beantworten. Urteilsfindung | Opfervertreter | Verteidiger
Bilder vom Prozess

Ab neun Uhr morgens entscheidet sich im Schwurgerichtssaal das Schicksal eines 27-jährigen Hohenemsers, der seinen besten Freund aus Eifersucht ermordet haben soll. „Der Todeskampf dauerte zwanzig Minuten“, schildert der Anwalt der Mutter des Opfers, Dr. Surena Ettefagh, den grausamen Tod des 26-jährigen Emsers.

„Kein Mord“

Ettefagh tritt als Vertreter der Nebenklage vor Gericht auf, er will erreichen, dass der Angeklagte lange Zeit hinter Gittern verschwindet. Dessen Verteidiger sieht die Voraussetzungen für einen Mord allerdings als nicht gegeben an. „Wir plädieren auf Körperverletzung mit Todesfolge“, erläutert der Bregenzer Rechtsanwalt, Dr. Kurt Flatz, die Strategie der Verteidigung.

Motiv Eifersucht

Fast genau vor einem Jahr ging morgens um 3.37 Uhr ein Notruf bei der Leitstelle in Feldkirch ein. Der Notarzt fuhr zu der Wohnung in der Hohenemser Tiergartensiedlung, konnte aber nur noch den Tod des 26-jährigen Drogenabhängigen feststellen. Dessen Freund, der nun wegen Mordes angeklagt ist, schilderte zunächst einen Unfall. Später stellte sich heraus, dass der Arbeitslose erwürgt worden war. Hintergrund für den vorangehenden Streit der beiden Männer war vermutlich das häufigste Motiv: Eifersucht. Auch der Tatverdächtige fand Gefallen an einem Mädchen, dass sein Freund bei der Therapie im LKH Rankweil kennengelernt hatte. Sie war an jenem verhängnisvollen Abend bei dem Opfer zu Besuch. Als die beiden Männer heftig stritten, geriet die junge Frau nach eigenen Angaben in Panik und rannte davon. Als sie ihren Bekannten eine Stunde später wie vereinbart anrief, antwortete dieser nicht mehr, er lag tot in der Wohnung. Die beiden Männer kannten sich seit dem 12. Lebensjahr, sie lernten sich über die Oma des Angeklagten kennen, spielten miteinander und machten die Lehre bei derselben Firma. Beide wurden drogenabhängig. Am Tag vor der Tat trafen sie sich zufällig am Sozialamt und vereinbarten, dass der Angeklagte am nächsten Tag das Opfer in seiner Wohnung besuchen solle. Der 20. März war dann der letzte Tag im Leben des 26-jährigen Hohenemsers.

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