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"Protestschwimmen" gegen Badeverbot

Aus Protest gegen das Betretungsverbot am Bodenseeufer will ein Häufchen Bregenzer am Sonntagvormittag durch die Bregenzer Bucht nach Lindau schwimmen.

Die Überwindung der rund sechs Kilometer ist als Protest gegen ein so genanntes Betretungsverbot am Bregenzer Bodenseeufer gedacht. Seit dieses vor wenigen Tagen bekannt wurde, rückt ein alter Konflikt in Bregenz ins tagespolitische Rampenlicht.

Weite Teile des Bregenzer Bodenseeufers stehen schon seit langem unter Naturschutz. Bestimmte Bereiche dürfen, zum Beispiel während der Brutzeit, nicht betreten werden. Trotzdem gibt es wilde Feuerstellen, Saufgelage, Nacktbadende und andere Verstöße. Mitglieder der Vorarlberger Naturwacht berichten immer wieder von Drohanrufen und sogar von Tätlichkeiten, weil sie ihrer Aufsichtspflicht nachkommen.

Wegen einiger „Chaoten“ sehen sich nun andere Bodensee-Liebhaber in ihrer Freiheit beschnitten. Einer Bürgerinitiative Freies Bodenseeufer traten bereits am Gründungstag dieser Woche 136 Mitglieder bei. An ihrer Spitze steht der prominente Rechtsanwalt Wilfried Ludwig Weh, der juristisch gleich aus dem Vollen schöpft: Er brachte eine Petition bei der Landeshauptstadt und beim Land Vorarlberg ein. Seinem Unmut ließ er bereits in einem Leserbrief Luft: „Man fasst es nicht: Jenes Bregenz, das jahrzehntelang stolz auf sein freies Bodenseeufer war und mit diesem im Internet wirbt, lässt sich dieses Ufer grundlos sperren. Und die Tourismusbranche pennt wie ein Murmeltier. Nur die Betroffenen wehren sich.“ Das – geschützte – Ufergebiet habe sich auch deshalb „so gut entwickelt, weil wir es schonend behandelt haben“.

Als alter Bregenzer Bürger frage er sich, schreibt Weh als Anhang zur Petition an den Bürgermeister, „warum der Kampf für ein freies Bodenseeufer immer wieder neu gegen die eigenen Verwaltungen von Stadt und Land gekämpft werden muss“ – schon sein Vater seit vor 40 Jahren als Klubobmann der ÖVP dafür eingetreten.

Als unnötiges Sommertheater wird der Konflikt von Naturschutzanwältin Katharina Lins bezeichnet: „Die Karten zeigen, dass es in der Bregenzer Bucht überwiegend frei zugängliche Ufer gibt. Allein in der Stadt Bregenz gibt es über 8.000 Quadratmeter freies Bodenseeufer. Davon sind rund 1.200 für den Naturschutz reserviert.“ Kritik übt sie an den Badern im Schilfgürtel: „Die halten sich für besonders naturverbunden. Tatsache ist aber, dass die wenigen, die in einen natürlichen Uferbereich eindringen, der Natur viel mehr schaden als die vielen im Strandbad oder an leicht zugänglichen Plätzen“.

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