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"Projekt Ikarus"-Autor rechnet mit Felix Baumgartner ab

Felix Baumgartner muss harsche Kritik vom Autor seines ersten Buches ("Projekt Ikarus") einstecken.
Felix Baumgartner muss harsche Kritik vom Autor seines ersten Buches ("Projekt Ikarus") einstecken. ©APA
Thomas Schrems, Autor des Baumgartner-Buchs "Projekt Ikarus", bereut dessen Veröffentlichung offensichtlich sehr. Auf Facebook rechnet der Autor mit dem Stratos-Springer ab, nachdem dieser über den designierten Bundespräsidenten Alexander van der Bellen gespottet hatte.
Der Stratos-Sprung
Baumgartner geht auf VDB los

“Lieber Felix Baumgartner, ich sage es frei heraus: Ich fühle mich von dir und deinem Namen besudelt”, beginnt Thomas Schrems seinen offenen Brief auf Facebook. Im Folgenden distanziert sich der Autor mit deutlichen Vorwürfen von “All-Felix” und erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn. Er könne sich fast nicht vorstellen, dass Baumgartner sein zweites Buch “Himmelsstürmer” selbst geschrieben habe. Baumgartner sei schließlich “in allem (bisweilen zu) gerade, bloß nicht in den Sätzen, die er zur Papier bringt”. Außerdem gebe es einen trifftigen Grund, zu einem Ghostwriter zu greifen, nämlich zu seinem eigenen Schutz. “Hast du es schon vergessen? All die ungeschriebenen Eskapaden deinerseits. All die ungeschriebenen, abschätzigen Worte (ich habe sie alle noch auf Band) über deine frühen Wegbegleiter und -bereiter. Über all die schwachen Subjekte, die dir gerademal zum Steigbügelhalter gereicht haben. Bis hin zu der Hand, die dich füttert.”

Schrems schämt sich für Baumgartners Eskapaden

Heute schämt sich Schrems dafür, dass er für Baumgartner gearbeitet hat. Das liegt vor allem an Baumgartners Äußerungen, etwa der Forderung des Friedensnobelpreises für Victor Orban oder der Billigung der Ohrfeige als Erziehungsmethode. Besonders kurios findet Schrems, dass Baumgartner nun für Frauen in die Bresche springe, nachdem er zuvor seine Freundin beim Grillen zum Tisch umfunktioniert habe. Auch seine aktuellen Aussagen über Alexander van der Bellen findet der Autor alles andere als lustig.

“Willfährige Schreibhure”

Schrems sagt von sich selbst, als Autor von Baumgartners ersten Buch habe er sich “dummdreist” verhalten. “Ich schäme mich dafür von ganzem Herzen.”  Er habe möglicherweise “erkannt, wegen des bisschen Geldes jedoch auch hingenommen zu haben, welchen Geistes Kind du bist.” Damit habe Schrems sich zu Baumgartners “willfährigen Schreibhure” gemacht und Lesern lediglich jenen Wein eingeschenkt, “den für schmackhaft du allein befunden hast.”

Baumgartner habe ihm gezeigt, dass Freunde nichts weiter seien als “totes Fleisch, das den Weg nach oben pflastert. Und damit – Gott bewahre – meine ich zuallerletzt mich selbst.” Schrems habe schon länger überlegt, das “eine oder andere Schmankerl” über Baumgartner nach außen zu tragen. Die Äußerungen des Stratos-Springers über Alexander van der Bellen (den Baumgartner mit einem Foto, dessen Echtheit unklar ist, verspottete) hätten Schrems nun dazu bewogen, sich öffentlich von ihm loszusagen. “Solltest du also jemals noch ein Exemplar unseres Buches verschenken, verkaufen, verborgen oder auch nur in Händen halten, so bitte ich dich, es zuvor zu deinem Buch zu machen. Nimm einen Edding 3000, idealerweise schwarz, und lösche meinen Namen, mein Foto, für alle Tage aus deiner Vita. Das bist du mir, nein, das einzufordern bin ich mir und dem Rückgewinn meiner Selbstachtung schuldig.”

Als letzten Tipp gibt der Autor Baumgartner auf den Weg: “Manchmal ist Schweigen das bessere Reden.”

(Red.)

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