„Prinz und Bettelknabe“: 60 Akteure begeistern an Mittelschule

Nach einjähriger Vorbereitungszeit begeisterte die Theatergruppe der VMS Bludenz rund 200 Zuseher.
Nach einjähriger Vorbereitungszeit begeisterte die Theatergruppe der VMS Bludenz rund 200 Zuseher. ©VMS Bludenz
Bludenz. Schultheater vom Feinsten: Nach einjähriger Vorbereitungszeit entführte die Theatergruppe der VMS Bludenz letzten Mittwoch etwa 200 Zuseher in das England des 16. Jahrhunderts.
„Prinz und Bettelknabe“: Schultheater vom Feinsten.

In die Handlung hineinverwobene Tänze dreier Tanzgruppen, eingeflochtenes Schattenspiel sowie ein Auftritt des Schulchores fügten sich zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk, das gewöhnliches Schultheater weit übertraf und mit anhaltendem Applaus gefeiert wurde. Zwei Jungen werden am selben Tag geboren:  Der Bettelknabe Tom Canty  und Prinz Edward, Sohn Heinrichs des VIII..

Tom leidet unter seinem brutalen und kriminellen Vater und träumt davon, ein Prinz zu sein, während sich Prinz Edward sehnlichst wünscht, als  gewöhnliches Kind fernab der Hofetikette leben zu dürfen. Das Schicksal erhört diese Träume, die beiden wie Zwillinge aussehenden Jungen treffen aufeinander, wechseln ihre Kleider und somit ihre Rollen. Nun darf Tom seinen Prinzentraum leben, allerdings glaubt  der Hof, dass er den Verstand  verloren habe, weil er immer wieder behauptet, ein Bettler zu sein.

 

Happy-end

 

Der junge Prinz  seinerseits darf Bekanntschaft machen mit bitterer Armut und der harten Hand von Toms Vater, der sich seinen kargen Lebensunterhalt mit Betteln und Diebstahl  „verdient“.  Als Heinrich VIII. im Totenbett liegt, spitzt sich die Lage zu,  und beinahe wird ein Bettler zum neuen König gekrönt. Doch die beiden Jungen klären  die Verwechslung gerade noch rechtzeitig auf, und so gibt es, wie in dem diesem Stück zugrunde liegenden Roman von Mark Twain, ein „Happy end“.

 

Bühnenbild: Aufwendig, aber schlicht

 

Das Bühnenbild ist zwar aufwendig gemacht, aber schlicht gehalten: Vom rechten und linken Bühnenrand her neigt sich jeweils eine Wand aus großen quadratischen Elementen, die Fenstern ähneln, einer gleich gestalteten Rückwand zu. Die Holzrahmen sind mit transparentem Material bespannt und werden von hinten mit von Schülern geschaffenen Bildern „bestrahlt“, die eine märchenhafte Atmosphäre schaffen und den Zuseher in vergangene Jahrhunderte eintauchen lassen. Auf diesen Leinwänden  sieht das Publikum auch die folgenschwere (Schattenspiel-) Szene, in der die beiden Jungen ihre Kleider wechseln. Der Prinz wird von Sarah Schönbacher ebenso überzeugend auf die Bühne gebracht wie der Bettelknabe von Katharina Löble.  Sie beherrschen ihre langen Rollen und beeindrucken ebenso wie die anderen Schauspieler, z. B. Sabrina Bitschnau, die den Todeskampf des alten Königs mimt.

 

Zwei Tanzgruppen verkörpern die armen Leute, die Bettler, eine dritte ist schwarz-weiß gekleidet und fasziniert mit ihren Bewegungen, schafft Platz für das Mystisch-Rätselhafte. Ein heimlicher Höhepunkt des Abends ist der Auftritt von Toms Mutter, die ihren Sohn tröstet:  Die Stimmen der beiden klingen derart feinfühlig und schön, dass viele zunächst glauben, es seien eingespielte Stimmen  professioneller  Sängerinnen, doch es sind Jacqueline Aigner und Katharina Löble, die singen.  Zwei Lieder des Schulchores geleiten zum fulminanten Ende der Aufführung, und schlussendlich verbeugen sich auf voller Bühne die 60 Akteure und genießen den begeisterten Applaus als Lohn ihrer Arbeit.

 

Als Draufgabe gibt es noch  den „Cup Song“, der  auch rhythmisch perfekt präsentiert wird. Insgesamt eine durch und durch gelungene Aufführung, die durch ihren ruhigen Atem sich wohltuend abhebt von der Kurzatmigkeit unserer Zeit, und  die das Potential aufleuchten lässt, das in den Schülern und SchülerInnen der MS Bludenz steckt.

 

Diese beispielhafte Aufführung wurde ermöglicht durch das erfolgreiche Zusammenwirken von:

  • Dietmar Schlatter (Regie) und  Martina Nicolussi  mit ihren Theatergruppen
  • Sarah Holzer und ihren 3 Tanzgruppen
  • Josef Walser und seinen SchülerInnen, die das Bühnenbild produzierten
  • Gaby Zech die mit ihren SchülerInnen die Kostüme nähte
  • und ein hochgelobtes Buffet produzierte
  • Harald  Amann, der mit seinen Helfern die Beamer arrangierte
  • Markus Muther, der mit  dem Schulchor die Lieder  und den „Cup-Song“ (4c, Gesang von den beiden Hauptrollen und Melanie Spreitzer) einstudierte.

 

Ein Beitrag der VMS Bludenz/Beate Graß.

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