AA

Prinz Friso: Sauerstoffmangel führte zu massiven Schäden im Gehirn

Dr. Wolfgang Koller informierte über Prinz Frisos Gesundheitszustand.
Dr. Wolfgang Koller informierte über Prinz Frisos Gesundheitszustand. ©AP
Lech, Innsbruck - Der Zustand des bei einem Lawinenabgang lebensgefährlich verletzten niederländischen Prinzen Johan Friso ist ernst: Wie der Leiter der traumatologischen Intensivstation an der Innsbrucker Klinik, Wolfgang Koller, am Freitag in einer Pressekonferenz in Innsbruck mitteilte, könne derzeit nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Prinz jemals wieder das Bewusstsein erlangen werde.
Friso: Pressekonferenz in Innsbruck
Live-Ticker zum Gesundheitszustand
Alle Infos und Fotos zum Lawinendrama
Muxel: “Lech hofft auf ein Wunder”
Muxel erschüttert über Frisos Gesundheitszustand
Stichwort: Hirnschaden durch Sauerstoffmangel
Chronologie der Lawinen-Tragödie
Tourismusdirektor Fercher im Interview

Der Sauerstoffmangel habe zu “massiven Schäden” im Gehirn des Patienten geführt, erklärte Koller in seinem achtminütigen Statement vor rund 40 Journalisten und 15 Kamerateams.

Rehabilitation kann Jahre dauern

Eine neurologische Rehabilitation werde auf jeden Fall Monate, wenn nicht Jahre dauern, sagte der Intensivmediziner. Die königliche Familie werde eine geeignete Einrichtung zur Rehabilitation für Prinz Friso suchen, informierte Koller.

Friso habe nach dem Unfall in Lech am Arlberg vor genau einer Woche einen 50 Minuten andauernden Herzstillstand gehabt. In diesem Zeitraum sei er am Unfallort reanimiert worden. “Eine Reanimation über einen solchen Zeitraum ist sehr, sehr lange. Man kann auch sagen: zu lange”, meinte Koller.

Seitdem kämpfe ein Team von Spezialisten an der Innsbrucker Klinik um das Leben des Prinzen. “Wir hatten die Hoffnung, dass die milde Unterkühlung für eine gewissen Schutz des Gehirns gesorgt hatte. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt”, erklärte der Intensivmediziner. Am Donnerstag sei es erstmals möglich gewesen, eine Magnetresonanztomographie ohne Gefahr für den Patienten durchzuführen. Seither und aufgrund einiger neurologischer Tests stehe die Diagnose fest.

Königin Beatrix verlängert Aufenthalt in Lech

Fragen der Journalisten waren bei der Pressekonferenz nicht zugelassen. Das niederländische Königshaus teilte am Donnerstag in Den Haag mit, dass Königin Beatrix nach dem Lawinenunfall ihres Sohnes ihren Aufenthalt im Skiort Lech bis nächste Woche verlängert habe. Nur am Wochenende werde Beatrix (74) vorübergehend in die Niederlande zurückkehren. Das Königshaus listete bis Mitte kommender Woche Termine auf, bei denen die Königin vertreten sein werde. Am Freitag zu Mittag trafen die Königin, Kronprinz Willem-Alexander, Johan Frisos Frau Mabel sowie Prinz Constantijn an der Innsbrucker Klinik ein, um Friso zu besuchen.

Der niederländische Premierminister Mark Rutte hat am Freitag in einem Telefongespräch mit Königin Beatrix und Prinzessin Mabel versichert, dass “die Niederlande intensiv mit der königlichen Familie in dieser Zeit der Sorge und der Trauer mitfühlen”.

Ganz Lech zeigt sich betroffen

In Lech, wo sich das Lawinenunglück zugetragen hat und wo die Königsfamilie seit Jahrzehnten ihren Skiurlaub verbringt, zeigte man sich angesichts der schlechten Nachrichten aus Innsbruck “geschockt und zutiefst betroffen”. Der ganze Ort habe seit dem Lawinenabgang gehofft, dass sich der Gesundheitszustand von Prinz Johan Friso verbessere, erklärte Bürgermeister Ludwig Muxel. Das hoffe man auch weiterhin. “Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie, besonders Johan Frisos Gattin Mabel und den Kindern”, sagte der Ortschef.

APA


Prinz Friso: Video von der Pressekonferenz

 

Ganz Lech über Prinz Frisos Zustand erschüttert

This video is not availabe anymoreFind more videos on https://www.vol.at/video

Tourismusdirektor Fercher im Interview

This video is not availabe anymoreFind more videos on https://www.vol.at/video

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Lech
  • Prinz Friso: Sauerstoffmangel führte zu massiven Schäden im Gehirn
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen