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Prinz Friso mit Ambulanzjet in Rehaeinrichtung nach London verlegt

Unter ärztlicher Aufsicht - Polizei bestätigte Verlegung
Unter ärztlicher Aufsicht - Polizei bestätigte Verlegung ©APA
Lech, Innsbruck - Der bei einem Lawinenunglück am 17. Februar im Vorarlberger Skigebiet Lech verschüttete und schwer verletzte niederländische Prinz Johan Friso ist Donnerstagnachmittag außer Landes gebracht worden.
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Laut Polizeiangaben erfolgte die Ausreise gegen 14.00 Uhr mit einem Ambulanzflugzeug unter ärztlicher Begleitung vom Flughafen Innsbruck. Wie die APA aus gut informierten Kreisen erfuhr, soll der niederländische Prinz in einer Rehaeinrichtung in London untergebracht werden.

Offizielle Bestätigung gab es dafür keine. In den vergangenen Tagen wurde aber zwischen London und Brüssel als mögliche Pflegeorte spekuliert, in den Niederlanden fehle es nämlich an einer entsprechenden Einrichtung. Kliniksprecher Johannes Schwamberger wollte keine Stellungnahme abgeben und verwies einmal mehr auf die Website des niederländischen Königshauses. Dort war aber auch am 1. März immer noch jene Pressemitteilung vom 24. Februar als “aktuellste” zu finden. Die behandelnden Ärzte hatten am vergangenen Freitag erklärt, dass Friso nach dem Unglück einen 50 Minuten andauernden Herzstillstand gehabt habe. Durch den Sauerstoffmangel habe der 43-Jährige “massive Schäden” im Gehirn erlitten. Es könne derzeit nicht gesagt werden, ob er jemals wieder das Bewusstsein erlangen werde.

Königsfamilie derzeit noch in Lech

Unterdessen befand sich die niederländische Königsfamilie am Donnerstag offenbar weiter in ihrem Urlaubsdomizil in Lech am Arlberg. Nach Angaben aus Lech wird ein Teil der Familie am Freitag abreisen, die restlichen Familienmitglieder werden Österreich am Samstag verlassen. Wann welche Familienmitglieder den Nachhauseweg antreten, war im Detail nicht zu erfahren.

Die Anteilnahme der Bevölkerung war auch in der Heimat der königlichen Familie, in den Niederlanden, zu erkennen. Am vergangenen Wochenende waren immer mehr Grußkarten und Blumen im Palast in Den Haag als Zeichen des Mitgefühls eingetroffen, hatten niederländische Medien berichtet. Das Königshaus hatte indes in einer Veröffentlichung um die Wahrung der Privatsphäre gebeten. “Die Familie Seiner Königlichen Hoheit Prinz Friso muss lernen, mit der Situation von Prinz Friso umzugehen und ihr Leben darauf einzurichten. Das braucht jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit”, hieß es auf der Homepage der Königsfamilie.

Prinz Friso 50 Minuten reanimiert

Eine Woche nach dem Lawinenunfall hatte es vonseiten der behandelnden Ärzte erstmals eine Stellungnahme zum Gesundheitszustand von Prinz Friso gegeben. Laut Intensivmediziner Koller könne eine neurologische Behandlung Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Friso habe während des 50-minütigen Herzstillstandes am Unfallort reanimiert werden müssen. Dies war laut Koller ein sehr, sehr langer Zeitraum: “Man kann auch sagen, zu lange.” Aufgrund einer Magnetresonanztomographie und einiger neurologischer Tests stehe die Diagnose fest.

Seit dem Lawinenunglück hatten Königin Beatrix und Frisos Ehefrau Mabel fast täglich den Weg von Lech nach Innsbruck auf sich genommen, um den Komapatienten zu besuchen. Auch dessen fünfjährige Tochter, Zaria, und Mabels Mutter waren am Krankenbett. Zudem fanden sich an einigen Tagen Johan Frisos Brüder, Kronprinz Willem-Alexander und Constantijn, mit ihren Ehefrauen ein.

(APA)

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