Premiere von „Anna Bolena“ mit Weltstars

Es wird eine Sängerparade der Sonderklasse: Am Samstag feiert Donizettis Belcanto-Oper "Anna Bolena" zum ersten Mal Premiere an der Wiener Staatsoper.
"Anna Bolena": Oper mit Weltstars
Oper: "Anna Bolena"

Im Drama “Anna Bolena“  um die betrogene britische Königin und ihren mörderischen Gatten versammeln sich die weiblichen Spitzenstimmen unserer Zeit. In der Wiener Staatsoper spielt Anna Netrebko Anna Bolena, Elina Garanca ihre Hofdame Giovanna Seymour und Elisabeth Kulman gibt den Pagen Smeton. Nach der Erkrankung von Ildebrando D’Arcangelo übernimmt Giacomo Prestia die Rolle des vielverheirateten Königs Heinrich VIII. Mit der sehnsüchtig erwarteten Premiere startet die Staatsoper auch die Saison ihrer Liveübertragungen auf den Karajan-Platz sowie in 94 ausländische Kinos.

Anna Bolena in Regi von Eric Genovese

In der Regie von Eric Genovese und unter der musikalischen Leitung von Evelino Pido wird am englischen Hof geliebt und gemordet: Einst selbst die Geliebte des verheirateten Königs, fühlt sich Königin Anna Bolena mittlerweile vernachlässigt und trauert ihrer einstigen Liebe Lord Percy (Francesco Meli) hinterher. Dass ihr Gemahl sich indes längst in ihre eigene Hofdame Giovanna Seymour verliebt hat, weiß die Königin nicht – und auch nicht, dass sie selbst Objekt der Begierde des Pagen Smeton ist. Dabei hat eine Intrige ihren fatalen Lauf genommen – denn Heinrich will den Tod seiner Frau, um der neuen Liebe den Weg frei zu machen. Das ist Anna Bolena live.

Von Gaetano Donizetti in nur einem Monat komponiert, brachte “Anna Bolena” ihrem Schöpfer den Rang als zweiter wichtiger Belcanto-Komponist neben Vincenzo Bellini ein und eroberte nach der Uraufführung 1830 in Mailand bald die Opernbühnen in aller Welt. In Wien wurde sie kurz darauf im Theater in der Josefstadt gezeigt – jedoch bis zum kommenden Samstag noch nie in der Staatsoper.

Anna Bolena mit Starbesetzung

Für die Besetzung der späten Premiere dürfte sich das lange Warten allerdings gelohnt haben: Die beiden großen Diven der Opernwelt, “La Anna” Netrebko und der lettische Star-Mezzo Garanca, sowie die von der Wiener Staatsoper aus extrem erfolgreich durchgestartete Österreicherin Kulman haben als stimmliches wie optisches Ausnahmetrio für hoffnungslos ausverkaufte Abende und im Internet für Premieren-Kartenpreise zum Zwei- bis Dreifachen der offiziellen 280-Euro-Höchstmarke gesorgt.

Eine Premiere ist der Termin auch für die Übertragung von Staatsopernproduktionen live ins Kino: In Kroatien, Dänemark, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Holland, Russland, Spanien, Tschechien oder Großbritannien können Kinobesucher das Geschehen im Haus am Ring verfolgen. In Wien geht man dazu “live am Platz” neben die Oper, wo die Übertragungsserie von rund 50 Opern- und Ballettvorstellungen am Samstag ihren Ausgang nimmt – darunter alle Vorstellungen der “Anna Bolena“.

Netrebko spielt Anna Bolena

Mit ihren schwierigen, satten Belcantoarien gehört die Rolle der unglücklichen Königin für die Sängerinnen zu den beliebtesten der Opernliteratur. Für Netrebko ist es ein Rollendebüt. Im Herbst wird sie mit der Partie – wieder mit Garanca als Rivalin Giovanna Seymour – auch die kommende Saison der New Yorker Met eröffnen. In Wien steht die Sopranistin in der Spielzeit 2011/12 etwa als Gräfin in Mozarts “Le nozze di Figaro” auf der Bühne – gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Erwin Schrott als Graf. Als Rollendebüt wird sie außerdem die Tatjana in Tschaikowskys “Eugen Onegin” singen, wie sie in Interviews erzählte. (APA)

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