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Preisschub: Heizkosten als Glaubensfrage

Schwarzach - "Auf besonders hohe Heizkosten einstellen" müssten sich für kommenden Winter die Österreicher. Sämtliche Brennstoffarten seien nämlich deutlich teurer geworden.

Davon ausgenommen sind Pellets, die spürbar weniger als noch vor zwei Jahren kosten. Das berichtete gestern die Austria Presse Agentur, die sich ihrerseits auf Informationen der Statistik Austria und der Raiffeisen Ware Austria (RWA) stützt.

Run treibt Preise hoch

Der mit Abstand größte Teil der alpenländischen Haushalte heizt nach wie vor mit Öl und Gas. Spitzenreiter ist Erdgas (955.000 Wohnungen), gefolgt von Öl (876.300), Fernwärme (662.800), Biomasse (590.000) und Strom (254.500). Während man über das Wochenende mit Aufrufen konfrontiert war, sich so schnell wie möglich mit den nötigen Öl- oder anderen Vorräten einzudecken, weil ein Haushaltsbedarf schon in Kürze wieder um 200 oder mehr Euro teurer sein könnte, hielt Walter Meusburger, Geschäftsführer vom Wälderhaus Bezau, gestern auf „VN“-Anfrage „gar nichts von solcher Bevorratungshektik“. Im Gegenteil: „Wenn jetzt alle gleichzeitig ordern, lässt das die Nachfrage emporschnellen, und das treibt den Preis. Am verlässlichsten geben die Preise nach, wenn die Nachfrage ruhig bleibt oder rückläufig ist – ich würde jetzt keinen Run auf die Heizölhändler vom Zaun brechen“, so der Wälderhaus-Chef. Er ist überzeugt, dass – wenn die Hurricans halbwegs vorbei und die geopolitische Lage einigermaßen befriedet sind – „sich im kommenden Winter in Sachen Ölpreis gar nicht viel tut“.

Genug günstige Pellets

Dass Pellets jetzt, trotz laufend steigender Nachfrage, verglichen mit anderen Energieträgern preislich zunehmend attraktiv werden, bestätigte auf Anfrage Gerhard Mattle, Geschäftsführer von Mathis Brennstoffe in Rankweil. Freilich werde jetzt schon ein „Herbstaufschlag“ von ca. sechs Euro pro Tonne verrechnet – macht rund 185 Euro pro Tonne inkl. zehn Prozent MwSt. Den Bedarf eines Einfamilienhauses veranschlagt Mattle mit fünf bis sechs Tonnen Pellets für die Saison. Er sieht für den Winter weder Preissteigerungen noch Verknappungen. Was Strom und Erdgas betrifft, so hat LH Sausgruber ja erst letzte Woche bekräftigt, dass Strom „frühestens 2009 und auch dann nur, wenn’s unbedingt sein muss“ teurer wird. Wann und wie stark der Gastarif steigt, hänge von den Einkauf-Konditionen ab, aber „wird sicher nicht durch Gewinnvorgaben unsererseits aktualisiert“, so Sausgruber.

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