Preis-Schock an der Tankstelle

Schwarzach (VN) -  Die ganze Nation prügelte auf die Grünen ein, als diese vor ein paar Jahren 20 Schilling (rund 1,45 Euro) für einen Liter Treibstoff forderten. Dieser Tage wurde die damals für unmöglich gehaltene Grenze mancherorts bereits gesprengt. Bis zu 1,500 Euro für einen Liter Diesel und 1,520 für einen Liter Super bezahlten Vorarlbergs Autofahrer am Donnerstag an den hiesigen Zapfsäulen.
Vorarlbergs Spritpreisindex
FPÖ: Themessl zu den Spritpreisen

Vor einem Jahr kostete der Diesel laut ÖAMTC durchschnittlich noch 1,062 Euro, der Super 1,166 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von bis zu 41 Prozent. Dieser historische Höchststand lässt die Wogen hochgehen. Wie weit die Preise noch hinaufklettern, ist derzeit nicht absehbar. „Aufgrund der rasanten Preisentwicklungen sind aber wahrscheinlich noch gar nicht alle Erhöhungen an den Zapfsäulen angekommen“, schließt Jürgen Wagner vom ÖAMTC weitere Anpassungen nicht aus. Der Schwarze Peter für die Schockerlebnisse an den Tankstellen ist schnell gefunden: „Die Rohölpreise werden an der Börse gemacht und die geht nicht von der realen Welt, sondern von möglichen, zukünftigen Entwicklungen aus.

Zudem ist derzeit sehr viel Geld im Umlauf. Das erschwert die ganze Situation zusätzlich“, erläutert Lydia Ninz vom ARBÖ. Genährt würden diese Börsen-Spekulationen derzeit von Krisenherden in der arabischen Welt. „Die Preise werden von Spekulanten gemacht, die nur mit der Angst der Leute spielen. Dabei wurde noch kein einziger Lieferweg und keine einzige Quelle aufgrund der Unruhen geschlossen. Auch die Nachfrage ist nicht gestiegen“, poltert Wagner. Die Zeche zahle schlussendlich der kleine Mann. Und das in mehrfacher Hinsicht. Denn die Preisexplosionen bei Treibstoff bescheren nicht nur den Autofahrern enorme Mehrbelastungen.

 
Börsenaufsicht

Der ÖAMTC fordert daher, dass sich die EU für die Bürger stark macht und eine Börsenaufsicht, ähnlich jener der Banken, ins Leben ruft. Dass die Automatik der Börsen gebrochen wird, da­rauf besteht auch der ARBÖ. „Entweder gibt es keine Börse mehr oder es werden bestimmte Regeln aufgestellt“, sagt Ninz. Aber auch die Politik in Österreich könne einen Beitrag leisten. „Die kann nicht nur kassieren und sich dann zurücklehnen.“ Der ARBÖ drängt unter anderem auf eine Verkürzung der Preise auf zwei Komma­stellen, damit diese leichter vergleichbar werden: „Die Preisunterschiede springen den Kunden dann leichter ins Auge. Und wenn die Kunden ausbleiben, dann gehen die Tankstellen mit dem Preis runter.“ Weiters sollten die Preise der einzelnen Sorten überall in derselben Reihenfolge angegeben werden.

Österreich-Preise

Vorarlberg treffen die Erhöhungen gleich doppelt: „Hierzulande kostet der Sprit aufgrund des Tanktourismus traditionell immer ein paar Cent mehr. Es kann nicht sein, dass es in Österreich unterschiedliche Preise gibt“, ärgert sich Wagner, schließlich bezahle man auch für einen Liter Milch bei der selben Supermarktkette österreichweit gleich viel. (VN/GER)

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