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Prähistorische Besiedlung des Montafons

Das Montafon galt lange als im Hochmittelalter besiedeltes Tal. Seit sechs Jahren laufen Grabungen und vegetationsgeschichtliche sowie archäometallurgische Untersuchungen in Bartholomäberg.

Sie haben mittlerweile eindeutig die prähistorische Besiedlung des Montafons nachgewiesen. Die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse werden seit heute, Samstag, im Vorarlberger Landesmuseum (VLM) in Bregenz präsentiert.

In der Sonderausstellung „Die prähistorische Besiedlung des Montafons“ werden Kleinfunde und wissenschaftliche Befunde über rund 7.000 Jahre Besiedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern präsentiert. Die Ausstellung des Heimatmuseums Schruns wurde zusammen mit dem Vorarlberger Landesmuseum und den Universitäten in Berlin, Innsbruck und Tübingen erstellt und bleibt bis 19. März geöffnet. Auf 13 Didaktikbahnen und zahlreichen Fotos werden zusammen mit den archäologischen Funden die Ergebnisse präsentiert. Eine interaktive CD enthält zahlreiche Bilder, Filme und Animationen sowie Texte. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Bisher galt das Montafon als erst im Hochmittelalter besiedelte Landschaft, die neuen archäologischen Funde und prähistorische Siedlungen zeigen nun, dass Jäger und Sammler bereits seit der Mittelsteinzeit im 6./5. Jahrtausend v. Chr. Höhenlagen bis 2.200 m aufsuchten. Seit dem 2. Jahrtausend setzte in der frühen und mittleren Bronzezeit eine intensive Siedeltätigkeit ein, die mit dem Abbau von Kupfererzen und ihrer Verarbeitung in Zusammenhang gebracht wird. Die vegetationsgeschichtlichen Untersuchungen an mehreren Mooren zeigen deutlich die verschiedenen Phasen der Nutzung dieses inneralpinen Lebensraums durch den prähistorischen Menschen.

Im Mittelpunkt stehen die zwischen 2000 und 2003 in Bartholomäberg auf der „Platta“ durchgeführten archäologische Ausgrabungen auf einem befestigten prähistorischen Siedlungsplatz im Friaga Wald. Ein wichtiges Ergebnis war die Entdeckung einer befestigten bronzezeitlichen Burgsiedlung aus dem 16./15. Jahrhundert vor Christus. Die Anlage wurde durch eine 80 Meter lange und bis knapp drei Meter breite Mauer geschützt. Es handelt sich um eine der ältesten bekannten Burgen aus der Bronzezeit in den Alpen.

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