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Polizisten zur Fahrradprüfung nach Wien

Bregenz, Wien - Das Projekt Fahrradpolizei wurde jetzt vorerst gestoppt: Es gibt Irritation über die vom Ministerium verordneten Fahrradkurs.

Es war bereits alles durchgeplant und organisiert: schon im heurigen Sommer sollte im Bezirk Bregenz die erste Fahrradpolizei ihren Dienst aufnehmen. Moderne Fahrräder, die dazu passende trendige Dienstkleidung und drahtige Beamte, die in ihrer Freizeit Fahrradsportler sind, waren bereits ausgesucht.

Patrouillieren sollten die Beamten als Doppelstreife, zum Beispiel in den Seeanlagen und in für Autos schwer zugänglichen Zonen.

Irritation bei Polizei

Doch jetzt ist das Projekt von Innenminister Günther Platter erst einmal auf Eis gelegt. Zumindest in Vorarlberg. Hier scheiterte das ambitionierte Vorhaben offenbar an der Bürokratie des Innenministeriums. Wie das Bezirkspolizeikommando bestätigte, wird die Fahrradpolizei nun erst im Frühjahr neu in Angriff genommen.

Der Grund: das Innenministerium hatte den Polizisten kurzfristig einen Termin in Wien verordnet, bei dem diese eine Fahrradprüfung absolvieren sollten. Veranlasst wurde dieser Kurs unter anderem aufgrund eines Unfalls, bei dem ein Wiener Polizist mit seinem Gefährt gestürzt war.

Zum Radfahrenlernen extra 700 Kilometer weit nach Wien fahren? Im Bezirkspolizeikommando war man irritiert, zumal die Beamten den Drahtesel bereits seit ihrer Kindheit durchaus beherrschen. Außerdem hätten bereits alle Dienstpläne festgestanden, diese hätte man aufwändig ändern müssen, hieß es. Das Bezirkspolizeikommando wollte da nicht mitmachen und sagte den kurzfristig angesetzten Fahrradkurs ab. Wien schmollte.

Das Ergebnis: die Polizei in Wien bekommt nun die für Vorarlberg zugesagten Dienstposten, die Bregenzer mussten sogar ihre Uniformen zurückgeben. Die offizielle Version: man habe sich ohne Probleme geeinigt, dass man den Probebetrieb im Frühjahr beginnen werde.

Verstimmung

Inoffiziell war der Ton zwischen Bregenz und Wien seitens des Innenministeriums allerdings von Verstimmung geprägt, hieß es. Im Ministerium war man offensichtlich nicht erfreut, dass die Bregenzer Beamten nicht für einen Fahrradkurs nach Wien kommen wollten.

Mittlerweile habe man die Probleme aber gelöst. „Wir freuen uns jetzt auf das Frühjahr, wo unsere sportlichen Beamten den Probedienst aufnehmen können“, teilte der stellvertretende Bezirkspolizeikomandant Stephan Schlosser auf „VN“-Anfrage mit.

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