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Polizisten bei Krawallen in Belfast verletzt

Nach den friedlichen Märschen der protestantischen „Apprentice Boys“ durch die Städte Belfast und Derry ist es in der Nacht zum Sonntag doch noch zu Krawallen gekommen.

Mindestens sieben Polizisten seien im Osten Belfasts verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Sicherheitskräfte seien von der katholischen Enklave Short Strand aus angegriffen worden. Fünf Benzinbomben und andere Wurfgeschosse seien von dort aus in die protestantische Nachbarschaft geworfen worden.

Die Straßenkämpfe flammten auf, als Protestanten von einem umstrittenen Marsch durch ein katholisches Viertel von Derry nördlich von Belfast zurückkehrten. Am Nachmittag waren dort rund 12.000 Mitglieder der „Apprentice Boys“ durch die Straßen marschiert. Die Parade verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle.

Mit hundert Panzerfahrzeugen und hunderten Sicherheitskräften hielten Armee und Polizei während der Parade die Konfliktparteien auf der protestantischen Twadell-Avenue im Viertel Ardoyne auseinander, sodass es zu keinen größeren Zwischenfällen kam. Am frühen Morgen wurden Fahrzeuge der britischen Armee mit Steinen und Flaschen beworfen; verletzt wurde niemand. In Derry und Belfast entschärfte die Polizei zudem zwei Sprengsätze.

Die „Apprentice Boys“ erinnern mit ihrer Parade an eine Episode aus dem Jahr 1689, als es einer Gruppe von Lehrlingen gelang, die Belagerung der Stadt durch katholische Truppen aufzubrechen. Das Ende der Belagerung war die erste entscheidende Niederlage des katholischen Königs James gegen die Truppen des protestantischen Königs Wilhelm von Oranien. Außerdem werden am Gedenktag neue Mitglieder in die Bruderschaft aufgenommen. Trotz der Feindseligkeiten zwischen Protestanten und Katholiken blieb es in Derry in den vergangenen Jahren ruhig, weil die „Lehrlinge“ mit den Anrainern ein Abkommen geschlossen haben.

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