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Politiker und Veteranen gedenken Berliner Luftbrücke

Genau 60 Jahre nach der sowjetischen Blockade Westberlins haben Politiker und Veteranen am Donnerstag der Luftbrücke in die umkämpfte Stadt gedacht.

Der deutsche Verteidigungsminister Franz-Josef Jung würdigte die spektakuläre Aktion der Westalliierten als Symbol der Hilfsbereitschaft und Freundschaft. “Ich finde es mehr als bewundernswert, mit welchem Mut dieser Einsatz geleistet wurde”, sagte er bei einer Gedenkfeier auf dem US-Militärflugplatz Wiesbaden-Erbenheim. An der Feier nahmen auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch und zahlreiche Veteranen teil.

Der Luftbrücken-Pilot Gail Halvorsen nannte den Einsatz für Westberlin die wichtigste Erfahrung seines Lebens. “Das hat mein Leben komplett verändert”, sagte der 87-Jährige. “Mit den früheren Feinden arbeiteten wir nur für ein Ziel: die Freiheit.” Für ihn seien die Deutschen zu Freunden geworden, als der sowjetische Machthaber Josef Stalin mit der Blockade auch Frauen und Kinder gefährdete, erzählte Halvorsen.

“Das hat unsere Gefühle für die Deutschen wirklich verändert. Als die Westberliner in Dankbarkeit unsere Hände schüttelten, das hat es bewirkt.” Halverson hatte während der Blockade an kleinen Fallschirmen Schokolade für die Kinder abgeworfen.

An der Festveranstaltung nahmen auch der US-Botschafter William Timken und der Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Georg Müller sowie der US-Standortkommandant Ray Graham teil. Graham würdigte die Berliner Luftbrücke als größte humanitäre Aktion aller Zeiten und wichtige Erfahrung für alle Veteranen. “Für viele von ihnen war es das größte Abenteuer ihres Lebens, und für alle war es eines, dass sie niemals vergessen werden.” Die Aktion habe die USA von einer Besatzungsmacht zu einer Schutzmacht gewandelt.

Oberbürgermeister Müller betonte, ohne die Luftbrücke wäre die Wiedervereinigung Deutschlands nicht möglich gewesen. Sie habe die Hoffnung erhalten, dass Berlin befreit werde, und die deutsch-amerikanischen Beziehungen entscheidend geprägt. “Aus Gegnern wurden in ganz kurzer Zeit Verbündete und Freunde.”

Mit der als Operation Vittles (Operation Proviant) bezeichneten Luftbrücke versorgten die Westalliierten von Juni 1948 bis September 1949 mehr als zwei Millionen Bürger Westberlins mit Nahrungsmitteln, Kohle und anderen Verbrauchsgütern. Weil die Sowjetunion als Reaktion auf die westdeutsche Währungsreform die Bahn-, Straßen- und Schifffahrtsverbindungen nach Berlin blockierte, wurden bei mehr als 278.000 Flügen rund 2,3 Millionen Tonnen Güter per Luftkorridor in die Stadt gebracht. Mehr als 70 Soldaten kamen bei der einzigartigen Aktion ums Leben.

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