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"Politik reagiert spät und träge"

Mag. Marlene Erler unterrichtet seit 2010 Englisch und Geografie an der HAK Bregenz.
Mag. Marlene Erler unterrichtet seit 2010 Englisch und Geografie an der HAK Bregenz. ©M. Bertsch
Bregenz - Die Grünen kritisieren die Bildungspolitik im Ländle – der Lehrerinnenmangel sei ein Problem, das "verschlafen wird". WANN & WO sprach mit einer jungen Lehrerin der HAK Bregenz: Marlene Erler (26) aus Hard unterrichtet seit 2010 und berichtet von ihren Erfahrungen.

WANN & WO: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Marlene: Meine Gründe waren, dass ich immer mit jungen Menschen arbeiten wollte und dass es ein sehr abwechslungsreicher und spannender Beruf ist. Man kann selber kreativ sein und man ist stets gefordert.

WANN & WO: Apropos “gefordert” – wie sehen Sie das Arbeitspensum der Lehrer?

Marlene: Das Arbeitspensum der LehrerInnen wird vielfach unterschätzt. Vorbereitungen und Korrekturarbeiten nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Viele Menschen denken, dass sich die Lehrerarbeit auf die Unterrichtszeit reduziert, die Vor- bzw. Nachbereitungszeit wird oft übersehen. Außerdem ist die Arbeit des Lehrers/der Lehrerin schon lange nicht mehr auf die Vermittlung von Unterrichtsstoff zu reduzieren – der Beruf bedeutet vielfach auch Sozialarbeit.

WANN & WO: Ist Ihr Beruf für Nachwuchs überhaupt noch attraktiv?

Marlene: Ein Problem, das ich sehe, ist die geringe Wertschätzung, die der Arbeit als LehrerIn entgegen gebracht wird. Man muss sich in der Öffentlichkeit oftmals gegen Anschuldigungen wehren. Für Menschen ist es wichtig, dass ihre Bemühungen und ihre Arbeit auch geschätzt werden. Die fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten sowie die Bezahlung schrecken, denke ich, vor allem Männer ab. Ein großes Plus ist natürlich die Familienfreundlichkeit des Berufs. Man erledigt die Vorbereitungen zuhause und ist dadurch flexibel.

WANN & WO: Wird hier genug getan, um zu motivieren?

Marlene: Nein, ich denke, dass das Image des Lehrers/der Lehrerin geändert werden sollte, um wieder mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen. Die politischen Diskussionen führen aber in die gegenteilige Richtung. Außerdem wurde mir im Studium (bis zum Ende) prognostiziert, dass ich keine Stelle finden werde, weil wir in Österreich zu viele Lehrer hätten. Es wurde also meiner Meinung nach viel zu spät reagiert.

WANN & WO: Wie schätzen Sie diesbezüglich die Entwicklung im Bezug auf Bezahlung/Einstiegsgehalt ein?

Marlene: Es wird über neue Ansätze diskutiert – das sehe ich durchaus positiv. Ein höheres Einstiegsgehalt wäre für viele sicherlich ein Reiz, diesen Beruf zu ergreifen. Ich, für meinen Teil, bin zufrieden.

WANN & WO: Sind Ihrer Meinung nach überhaupt genug Ausbildungsmöglichkeiten vorhanden?

Marlene: Als Lehrer? Ja.

WANN & WO: Was sagen Sie dazu, dass trotz Sparpaket die Nachbesetzung der pensionierten LehrerInnen sicher sein soll? Ist dies als Maßnahme ausreichend?

Marlene: Das ist sicher eine wichtige Maßnahme, aber ich stimme mit den Grünen überein, dass es auch wichtig wäre, die krankheitsbedingten Ausfälle zu berücksichtigen. Vor allem aber muss dafür gesorgt werden, den Beruf attraktiver zu machen, damit der Nachwuchs gesichert ist.

WANN & WO: Finden Sie, dass die (Vorarlberger) Politik versagt, für mehr Nachwuchs zu sorgen?

Marlene: Ich würde eher sagen, dass die Politik sehr spät und noch immer träge reagiert.

WANN & WO: Vermehrte Krankenstände, Ermüdungserscheinungen, Burnouts – zeigen sich diese Symptome bzw. werden sie ernst genommen? Gibt es Reserven für solche Fälle?

Marlene: Vielfach springen dann bereits UnterrichtspraktikantInnen ein oder die Stunden werden unter den bestehenden LehrernInnen aufgeteilt. Ich denke aber, dass es vor allem für kleine Schulen wichtig wäre “Springer” zu haben, die in solchen Fällen einspringen.

WANN & WO: Macht sich der Lehrermangel bei Ihnen bemerkbar?

Marlene: Wir sind eine sehr große Schule, dadurch merke ich persönlich noch wenig vom Lehrermangel.

WANN & WO: Haben Sie Angst vor der Zukunft bzw. Lehrermangel?

Marlene: Nein, mir wurde bis zum Ende meines Studiums eine düstere Prognose meiner Arbeitsplatzchancen gegeben und ich bin froh, eine Stelle bekommen zu haben.

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