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Polit-Orden als "notwendiges Übel"

Das Goldene Ehrenzeichen besteht aus einem Komturkreuz und einem Flechtbandornament an einem rot-weißen Halsband.
Das Goldene Ehrenzeichen besteht aus einem Komturkreuz und einem Flechtbandornament an einem rot-weißen Halsband. ©APA
Bregenz - Landeshauptmann bekommt Ehrenzeichen mit Amtsantritt.

Zahlreichen Mitgliedern der Bundesregierung, darunter Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger, verlieh Bundespräsident Heinz Fischer am Dienstag das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik. Anlass war die dreijährige Regierungszugehörigkeit, beantragt hatten die Politiker die Orden gleich selbst: Die Bundesregierung musste den Antrag stellen. In Vorarlberg müssen zwei Amtsträger für das „Goldene Ehrenzeichen des Landes“ nicht einmal ein Jubiläum vorweisen: Landeshauptmann und Landtagspräsident bekommen die Auszeichnung am Tag ihrer Wahl. Auf Lebenszeit sind sie somit Besitzer des Goldenen Ehren­zeichens. So besagt es das entsprechende Gesetz.

„Noch nicht abgeholt“

Der jüngste Inhaber ist Landeshauptmann Markus Wallner. „Der Gesetzgeber hat sich damals wohl etwas dabei gedacht. Ich habe das Gesetz so zur Kenntnis genommen“, kommentiert er und fügt hinzu: „Persönlich bin ich der Meinung, dass man es sich erst verdienen sollte. Es regt schon zum Schmunzeln an, dass es auch ein junger Landeshauptmann wie ich bekommt.“ Das Ehrenzeichen selbst habe er noch gar nicht abgeholt. „Dafür habe ich noch ausreichend Zeit“, sagt Wallner, der Wert darauf legt, dass es keine Zeremonie gab. Eine Feier ist nur vorgesehen, wenn der Ehrenzeichenrat die Auszeichnung aufgrund besonderer Verdienste zuerkennt. Zuletzt waren das der ehemalige Minister Jürgen Weiß, Ex-Wirtschaftskammerpräsident Kuno Riedmann, Alpla-Gründer Alwin Lehner oder Bischof Erwin Kräutler.

Orden für Puritaner

Das Vorarlberger Ehrenzeichengesetz feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Bei seiner Einführung vor einem halben Jahrhundert löste es heftige politische Diskussionen aus. Die Schaffung wurde „beinahe als notwendiges Übel“ empfunden, wie Ulrich Nachbaur vom Landesarchiv erklärt. Anlässlich der Ausstellung „Vorarlberger Landessymbole“ ging er dem Thema genauer nach. „Orden passten beim besten Willen nicht ins Selbstverständnis alemannischer Puritaner, die nach der Maxime leben: Net gschumpfa ischt gnua globt. Auszeichnungen hatten einem ‚gehörigen‘ Vorarlberger peinlich zu sein. Orden galten als wienerisch“, sagt Nachbaur. Der ehemalige Landeshauptmann Herbert Keßler erklärte 1962 im Landtag, es sei an sich ja ein offenes Geheimnis, dass die Vorarlberger gegen Auszeichnungen der öffentlichen Hand etwas skeptisch seien. Ursache seien die nüchterne Art des alemannischen Schlages sowie die inflationäre Verleihungspraxis des Bundes. Das goldene Ehrenzeichen bekam er übrigens 1964 mit dem Amt des Landeshauptmanns.

„Politikerorden“

Vermeiden wollte man vor 50 Jahren laut Nachbaur auch, einen „Politikerorden“ zu schaffen. Es solle eine Auszeichnung hauptsächlich für ehrenamtliche Verdienste werden. Zumindest beim Goldenen Ehrenzeichen ist das nicht ganz geglückt, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: 43 Prozent der bisher 56 „Goldenen Ehrenzeichen“ des Landes tragen Politiker.

Ehrenzeichen

Das Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg kann für hervorragende Verdienste um das Land Vorarlberg und auf Sachgebieten, die in der Vollziehung Landessache sind, verliehen werden. Zusätzlich werden das Silberne Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg, das Große Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg, das Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg, der Große Montfortorden, der Montfortorden in Gold und Silber, das Ehrenzeichen für Verdienste um den Vorarlberger Sport in Gold und Silber, das Ehrenzeichen für sportliche Leistungen in Gold und Silber, die Vorarlberger Rettungsmedaille, die Feuerwehrmedaille des Landes Vorarlberg in Gold (50-jährige Tätigkeit), Silber (40-jährige Tätigkeit) und Bronze (25-jährige Tätigkeit) sowie das Ehrenzeichen für Verdienste auf dem Gebiet der örtlichen Sicherheitspolizei vergeben.

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