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Polen: Schwere Vorwürfe gegen Präsidenten

Im Vorfeld des Parteitags der Regierungspartei SLD, bei dem ein neuer Vorsitzender der Gruppierung gewählt werden soll, erhebt einer der beiden Hauptkandidaten schwere Vorwürfe gegen Staatspräsident Kwasniewski.

Marek Dyduch sagte der Tageszeitung „Rzeczpospolita“, dass Kwasniewski und der bisherige Vorsitzende der SLD-Fraktion im Parlament, Krzysztof Janik, die Partei in den Untergang treiben wollen. „Sie wollen, dass ein junger Politiker die Führung der Partei übernehmen soll, der sich einfach vom Rücksitz steuern lassen würde. Das bedeutet für uns Chaos und eine Niederlage bei der Parlamentswahl“, meinte Dyduch.

Seiner Meinung nach wird der SLD-Präsidentschaftskandidat Jerzy Szmajdzinski nach der Wahl zum Parlament aufgerufen, sich aus dem Rennen um die Präsidentschaft zurückzuziehen und den Chef der Sozialdemokratie Polen (SdPl), Marek Borowski, zu unterstützen. Laut Dyduch solle diese vom Präsidentenpalast vorbereitete „Intrige“ zur Zerstörung der SLD und dann zur Übernahme ihren Parteistrukturen und ihres Parteivermögens durch die von ihr abgespaltene SdPl führen.

Die Aussage Dyduchs soll laut Beobachtern jene Teilnehmer des Parteitags dazu bewegen, ihn zu wählen, die an die „Marke“ SLD gebunden sind und jegliche Versuche der Verschmelzung der Partei mit einer neuen linken politischen Gruppierung, die die zersplitterte polnische Linke vereinigen könnte, abweisen. Gegen Dyduch startet in der Vorsitzenden-Wahl Wirtschaftsminister Jacek Piechota, der den populistischen Kurs der Befürworter Dyduchs nicht akzeptiert.

Im Falle einer Niederlage beim Parteitag schließt er einen Austritt aus der Partei nicht aus. SdPl-Chef Borowski erklärte, dass seine Partei mit einer SLD, die Dyduch als Vorsitzenden hat, nicht zusammenarbeiten wird. Bei der Wahl wird wahrscheinlich auch die Chefin der Parteiorganisation in Pommern, Malgorzata Ostrowska, antreten. Die bisherige Parteiführung ist am vergangenen Samstag zurückgetreten.

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