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Polen: Empörung über Landkarte mit Ortsnamen aus Nazi-Zeit

Staatlich kontrollierte Fluglinie LOT bestreitet Partnerschaft mit deutschem Verlag.
Staatlich kontrollierte Fluglinie LOT bestreitet Partnerschaft mit deutschem Verlag. ©Bilderbox/Symbolbild
Eine in Deutschland publizierte Landkarte sorgt für Unmut in Polen. Die vorgeblich zweisprachige Landkarte mit dem polnischen Regierungsbezirk Großpolen (Wielkopolska), herausgegeben vom deutschen Höfer-Verlag, hat die staatlich kontrollierte polnische Fluglinie LOT und die staatliche Tourismus-Organisation POT in Erklärungsnot gebracht.

Der Verlag nennt LOT und POT als Partner seines Projekts – dabei verwendet die Landkarte statt der historischen deutschen Ortsbezeichnungen diejenigen, die von den Nationalsozialisten eingeführt wurden. Dies kommt schon im Titel der Karte “Wartheland” zum Ausdruck – ein Begriff, den das nationalsozialistische Deutschland nach dem Überfall auf Polen 1939 für einen neu geschaffenen Reichsgau verwendete.

Hitlerjugend-Park

Der Ort Ciechocinek heißt auf der Karte “Hermannsbad”, so bezeichneten ihn die Besatzer zu Ehren von Hermann Göring. Der Stadtplan von Poznan (Posen) enthält außerdem einen Hitlerjugend-Park und eine Horst-Wessel-Straße. “So eine Landkarte ist absolut sinnlos und schädlich”, erklärte Wojciech Puzynski vom “Rat für die Bewahrung des Gedenkens an Kampf und Martyrium”, der die Regierung in historischen Fragen berät.

Neonazistischer Hintergrund

LOT und POT bestreiten, etwas mit der Veröffentlichung zu tun zu haben. “Der Verlag hat unser Logo missbraucht”, erklärte der POT-Sprecher Jan Wawrzyniak. Der Höfer-Verlag aus Dietzenbach bei Frankfurt/Main erklärt die Karte mit der Kundennachfrage: Viele dort geborene Deutsche “erinnern sich nur an die alten Bezeichnungen”, so Juniorchef Lars Höfer zur “Gazeta Wyborcza”. Vom Frankfurter Lehrer Manfred Dietrich, der die Karte in einer Buchhandlung gefunden und die Sache publik gemacht hatte, fordert der Verlag 3.000 Euro Schadenersatz. Dietrich hatte angedeutet, die Verlagseigner könnten eine neonazistischen Hintergrund haben. (APA)

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