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Pleitegeier über Bäckereibranche: "Gegen Billigkonkurrenz haben wir keine Chance"

Pleitegeier über der Ländle-Bäckereibranche: 5. Bäckerei 2015 in Konkurs.
Pleitegeier über der Ländle-Bäckereibranche: 5. Bäckerei 2015 in Konkurs. ©EPA
Dornbirn. Unaufhörlich scheint der Pleitegeier über der Bäckereibranche zu kreisen. Mit der Insolvenz der Dornbirner EF Back GmbH meldet heuer bereits die fünfte Bäckerei im Ländle Konkurs an. Gegen Hofer & Co. habe man als Bäcker einfach keine Chance, so der ehemalige Besitzer Markus Fink gegenüber VOL.AT. Er musste sein Geschäft 2014 schweren Herzens schließen. Die Billigkonkurrenz mache der gesamten Branche schwer zu schaffen, bestätigt eine Insolvenzexpertin.
“Plazi-Bäck” in Götzis pleite
Großbäckerei Montfort insolvent

Über das Vermögen der Bäckerei EF Back ist am Dienstag am Landesgericht Feldkirch das Konkursverfahren eröffnet worden, berichtet der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870). Über die Ursache der Pleite der Bäckerei lägen keine genauen Informationen vor. Die Schulden belaufen sich auf rund 16.500 Euro, der Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens sei von dritter Seite erfolgt. Betroffen sind sechs Dienstnehmer.

Die Bäckerei, dazumal noch Bäckerei Markus Fink, musste im Juli 2012 erstmals Konkurs anmelden. Damals hatte eine erforderliche knappe Kalkulation sowie hohe Fixkosten infolge der zuvor betriebenen Expansionspolitik die Dornbirner Firma in den Ruin getrieben. Ein Konkurs mit weitreichenden Folgen: Betroffen waren 140 Gläubiger, unter ihnen 40 Dienstnehmer.

2013: Gläubiger bleiben auf 1,2 Millionen Euro sitzen

“Unser Betrieb wird weitergeführt”, hatte der Inhaber damals erklärt. So war es dann auch. Das Konkursverfahren wurde im September 2013 beendet, das Geschäft zwar liquidiert, jedoch von der Fink Handels GmbH mit Sitz in Dornbirn fortgeführt. Diese hatte mit der insolventen Bäckerei nichts zu tun, der Geschäftsführer jedoch blieb derselbe. Trotz einer überdurchschnittlich hohen Quote von 16 Prozent verloren die Gläubiger viel: 1,5 Millionen Euro der Forderungen hatte der Masseverwalter anerkannt, auf mehr als 1,2 Millionen blieben die Gläubiger nach Angaben der Wirtschaftspresseagentur jedoch sitzen.

“Spar mit Teiglingen & Co., da hast du als Bäcker keine Chance”

Im Februar 2014 wurde das nächste Konkursverfahren am Landesgericht eröffnet; nunmehr über die neue Schuldnerin, die Fink Handels GmbH, die insgesamt 12 Filialen im Land führte. Markus Fink dazu gegenüber VOL.AT: “Ich musste meine Selbstständigkeit nach dem zweiten Versuch aufgeben. Es war zwecklos: Spar mit seinen Teiglingen, Hofer mit der Backbox, usw. Da hast du als Bäcker einfach keine Chance, dich zu behaupten. Um den Preis dieser Teiglinge können wir noch nicht einmal das Material für unser Brot einkaufen.”

Nächster Neustart scheitert

Die Elmar Fink GmbH übernahm daraufhin das Geschäft und einen Großteil des Inventars aus der Konkursmasse, nunmehr mit einem neuen Inhaber. Doch auch sie schlitterte in die Insolvenz. Am 2. März 2015 wurde über ihr Vermögen Konkurs angemeldet.

Noch im März versuchte die Bäckerei einen Neustart unter dem Namen EF Back GmbH – der jedoch ebenfalls zum Scheitern verurteilt war. Vor rund zwei Wochen musste das Unternehmen seine Türen schließen. Ob das Unternehmen auch dieses Mal fortgeführt werden könne, stehe noch nicht fest. Die Masseverwalterin werde über die Möglichkeit einer Weiterführung kurzfristig entscheiden, hieß es von Seiten des KSV1870. Markus Fink dazu resigniert: “Auch Elmar Fink gibt endgültig auf, gutes Brot zu backen.” Auch er sehe keine Chance gegen die großen Player am Markt.

Bäckersterben: Billigkonkurrenz macht Bäckerbranche zu schaffen

Schicksalsschläge, die längst keine Einzelfälle mehr sind. Immer wieder müssen namhafte Bäcker schließen. Ein negativer Trend, der nicht nur Vorarlberg betrifft, sondern bundesweit zu beobachten ist. So mussten 2015 große Traditionsbetriebe wie Ring (Linz), Schrammel Brot (Wien) oder Schmidl (Dürnstein) schließen. In Vorarlberg ließen heuer der Millionen-Konkurs der Bischof-Bäckerei, das Konkursverfahren um die Großbäckerei Montfort oder die Insolvenz der Götzner “Platzi-Bäck” aufhorchen.

Zwangsläufig stellt sich die Frage: Sterben die Bäcker in Österreich durch die Billigkonkurrenz aus? “Der Branche zu schaffen macht vor allem “die Konkurrenz von Supermärkten, die vermehrt Backshops haben und mit vorgefertigten Produkten arbeiten”, bestätigte KSV-Insolvenzexpertin Petra Wögerbauer der APA.

Qualität und Handarbeit hat ihren Preis

“Der Kunde bekommt sein warmes Semmerl im Supermarkt und der Weg zum Bäcker ist oft nicht mehr nötig”, so die Kreditschützerin. Neben der Bequemlichkeit spielt wohl auch der Preis eine Rolle. Das Gebäck beim Bäcker sei “preislich in einer anderen Liga”, also weitaus teurer – bei freilich auch sehr hoher Qualität. “Das muss vom Konsumenten halt auch angenommen werden.” Die Verbraucher dürften also nicht nur auf den Preis schauen. Der bei der Herstellung große Anteil an Handarbeit sei eben auch mit entsprechenden Kosten verbunden. (SJI)

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