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Pleitegeier landete 4342 Mal im Ländle

Die Arbeiterkammer Vorarlberg zieht Konkursbilanz von 1995 bis 2005. Insgesamt 4342 Mal machte der Pleitegeier in diesem Zeitraum in Vorarlberg Halt. Durch die Konkurse gingen 5737 Arbeitsplätze verloren.

Im Rahmen dieser Konkurse wurden von der Insolvenzrechtsabteilung der AK Vorarlberg 8692 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer vertreten und Forderungen im Gesamtausmaß von 73,735 Millionen Euro angemeldet – 64,343 Millionen Euro konnten an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausbezahlt werden. Durch die Konkurse gingen 5737 Arbeitsplätze verloren. „Rekordjahre“ im negativen Sinn waren 1996 und 2005.

Im Jahr 1996 sorgten vor allem die Firmen Schelling in Schwarzach, Rueff in Muntlix und City-Forum Österreich mit Betrieben in Bregenz, Dornbirn und Bludenz für Rekordwerte in der Pleitenstatistik: Damals wurden rund 13,39 Millionen Euro an Forderungen angemeldet. Ähnliche Forderungshöhen wurden erst im Vorjahr wieder erreicht, als die Forderungen nach den Konkursen von Casino SW Bregenz, Compactbad-Elementbau und der Teilschließung von Degerdon in Gais auf insgesamt 10,7 Millionen Euro kletterten.

2336 Betriebe, 2006 Privatpersonen

Konkursbeschlüsse der Gerichte gab es im Zeitraum von 1995 bis 2005 zusammen 4342. Betroffen waren 2336 Betriebe und 2006 Privatpersonen. Vor allem die Zahl der Privatkonkurse steigt beständig und in den letzten beiden Jahren drastisch. Waren es bei der Einführung des Schuldenregulierungsverfahrens im Jahr 2000 noch 197 Privatkonkurse, erhöhte sich diese Zahl in drei Jahren auf 287. Von da an ging es dann dramatisch weiter: 2004 wurden 485 und im Vorjahr bereits 545 Privatkonkurse gezählt.

Im Firmenbereich hingegen kommt es immer öfter zu Konkursabweisungen – im vergangenen Jahr war dies 191 Mal der Fall. Vom Gericht abgewiesen werden Konkursanträge dann, wenn es bei der betreffenden Firma für die Gläubiger nichts mehr zu holen gibt, wenn nicht einmal die gerichtlichen Kosten bezahlt werden können.

5737 verlorene Arbeitsplätze

Konstant hoch ist in den letzten Jahren auch die Zahl der von der AK in Konkursverfahren vertretenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, 2005 waren es insgesamt 1009. An sie wurden Forderungen von 8,96 Millionen Euro ausbezahlt. Fast die Hälfte der betroffenen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer – zusammen 484 – verloren im Zusammenhang mit Konkursen ihren Arbeitsplatz. Die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze pendelt seit Jahren zwischen 450 und 580. Einen Ausreißer nach oben gibt es mit dem Jahr 1996, damals gingen 763 Jobs flöten.

Betroffen von den Arbeitsplatzverlusten waren 2005 in erster Linie Männer – 190 Arbeiter und 132 Angestellte verloren ihre Arbeit. Bei den Arbeiterinnen waren es 82, bei den weiblichen Angestellten 80, die den Blauen Brief erhielten.

AK bietet Hilfe

Kammerzugehörige Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer werden in einem Insolvenzverfahren durch die AK vertreten. „Wir schauen dazu, dass die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihrem Recht bzw. zu ihren offenen Lohnansprüchen kommen“, erklärt dazu der Leiter des Insolvenzreferates der AK Vorarlberg, Martin Terzer. Wenn das Gericht einen Betrieb schließt, könne man zwar den Verlust des Jobs nicht abwenden, „doch können wir zumindest dafür sorgen, dass die nicht bezahlten Löhne dorthin fließen, wo sie hingehören“.

Tipp der AK: Warten Sie nicht, bis es zu spät ist: Informieren Sie sich früh genug bei Ihrer Interessensvertretung, wenn Ihnen der Lohn nicht rechtzeitig ausbezahlt wird.

(Quelle: Arbeiterkammer Vorarlberg)

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