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Pleite-Auslöser breit gefächert

Wien/Feldkirch - Immerhin sieben Prozent der 2008 in Österreich eröffneten Insolvenzverfahren, 650 an der Zahl, waren auf betrügerisches Handeln zurückzuführen.

Der Anteil jener Firmenpleiten, denen „externe Ursachen” zu Grunde lagen – im wesentlichen die Turbulenzen von Finanz- und Wirtschaftskrise – kletterte im Jahresabstand immerhin um 10 auf 16 Prozent.

Diese Ergebnisse der seit vielen Jahren angestellten „Insolvenzursachenforschung” gab heute Dr. Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) bekannt. Beide Phänomene, so auf unsere Anfrage der Vorarlberger KSV-Direktor Dkfm. Peter Mayer, sucht man jedenfalls bis dato in Vorarlberg ohne Erfolg. „Nicht nur bei den Firmeninsolvenzen im Letztquartal 2008, sogar bei den im ersten Quartal 2009 eröffneten Konkursen kann in keinem der Fälle die Krise als Begründung oder Erklärung für die Pleite herhalten. Dieser Zusammenhang ist im Bundesland nirgends abbildbar, während in Ostösterreich vor allem die so genannten Cluster-Regionen z. B. massiv unter dem Einbruch der Automotive-Sparte zu leiden hatten”, arbeitete Mayer den einen Unterschied zwischen Bundes- und Regionaltrend heraus.

Auch was betrügerisches Handeln als Auslöser für Firmenzusammenbrüche angeht, ticken die Insolvenzuhren hierzulande anders. Mayer: „In den östlichen Bundesländern sind das vor allem die hinlänglich bekannten Gaunereien von (Schein-)Baufirmen, die es in Vorarlberg vor einigen Jahren als Einzelfälle gab. Flächig ist dieses Insolvenzmuster bei uns aber nie vertreten gewesen”, bezog Mayer auch hier Gegenposition zum gesamtösterreichischen Befund seines Kollegen Kantner.

Dagegen reiht sich Vorarlberg faktisch nahtlos ins bundesweite Bild, was Managementfehler als Ursache von Firmenabstürzen angeht. Mayer: „Auch bei uns sind zwei von drei Firmenpleiten auf Fehler von Chefs und Führungskadern zurückzuführen. Vor allem in kleineren Betrieben kommt immer wieder vor, dass der kaufmännische Weitblick fehlt, falsch kalkuliert wird, wirtschaftliche Entwicklungen missinterpretiert werden. Auch übersehener oder ignorierter Kapitalmangel kostet immer wieder Unternehmen ihre Existenz”, listete der KSV-Chef hier ein breites Spektrum auf.

Und in welche Kategorie hat er, Mayer, den Konkurs von Delunamagma eingereiht? Mayer dazu: „Dieser Insolvenzfall erhielt bis dato noch gar keine Ursachen-Codierung. Erst gilt es noch die Prüfungstagsatzungen abzuwarten, auch wurde der Bericht des Masseverwalters noch nicht erstellt. Nach Kenntnis dieser Sachverhalte dürfte eine Einordnung besser möglich sein, heute kann man nämlich höchstens spekulieren.”

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