Plastikmüll und Puppen im neuen Burgtheater-Familienstück

Produktionsfoto zum Stück "Zoes sonderbare Reise durch die Zeit"
Produktionsfoto zum Stück "Zoes sonderbare Reise durch die Zeit" ©Akademietheater
Wie kann man das alles beherrschende Umweltthema kindgerecht für das Theater aufbereiten? Das neue Familienstück der Burgtheater-Bühnen, das am Samstag im Akademietheater Premiere feiert, versucht darauf eine Antwort. In "Zoes sonderbare Reise durch die Zeit" landet die titelgebende Hauptfigur unversehens auf einer Insel aus Plastikmüll, wo sie an der Seite seltsamer Mensch- und Puppenwesen Rätsel lösen muss. Empfohlen wird die Produktion für Kinder ab sechs Jahren.

Anders als in den vergangenen Jahren, als die kleinen Burg-Dependancen Vestibül oder Kasino als Aufführungsort für die Kinderstücke dienten, lädt man das junge Publikum nun ins Akademietheater - offenbar nach dem Motto: Großes Thema, großes Haus. "Die Show handelt nicht zuletzt davon, Vertrauen in die jungen Leute zu setzen", sagte Regisseurin Sue Buckmaster am Montag in einem Pressegespräch. Sie ist künstlerische Leiterin des britischen Theatre-Rites, das als Kooperationspartner vom Burgtheater eingeladen wurde.

Das Geschehen wird nicht nur von einem Schauspielertrio vorangetrieben - neben Safira Robens stehen noch Dorothee Hartinger als Tupperware und Wolfram Rupperti als Oilman auf der Bühne-, sondern auch von Puppenspielern, die den Plastik gewordenen Himmels- und Meerestieren und nicht zuletzt der steinalten Inselgöttin Leben einhauchen. Sie ist es, die Zoe nach ihrer Ankunft auf dem rätselhaften Müll-Eiland beauftragt, einen Schatz zu finden. Denn nur wenn das gelingt, kann die junge Heldin ihre Rückreise nach Hause antreten.

"Magischer Realismus" nennt die Regisseurin das Hybridkonzept aus Schau- und Puppenspiel. Sie hat gemeinsam mit Jimmy Osborne die Geschichte entwickelt. Auf eine klare Botschaft will sich Buckmaster nicht festlegen, um den Interpretationsspielraum nicht einzuschränken, wie sie sagt. Junge Menschen sollten durch das Stück aber jedenfalls ermutigt und gestärkt werden.

"Die künftige Generation wird sich anders verhalten als wir", zeigte sich die Regisseurin optimistisch. "Ich habe als Kind noch Müll auf den Boden geworfen, weil meine Eltern gar nicht auf die Idee gekommen sind, mich davon abzuhalten. Das macht heute niemand mehr." Sie hoffe jedenfalls, dass sich ihre dystopische Zukunftsvision, in die Zoe katapultiert wird und wo es keine Tiere mehr gibt und manche Menschen aufgrund von Mikroplastik ihre Stimme verloren haben, nicht eintreten werde.

Rund eineinhalb Jahre hat Buckmasters Team an der Produktion gearbeitet. Der Zeitpunkt der Uraufführung könnte kaum besser sein, wie auch die Regisseurin weiß: "Derzeit läuft die (internationale Klimakonferenz, Anm.) COP26. Es ist perfekt."

(S E R V I C E - "Zoes sonderbare Reise durch die Zeit" im Akademietheater, Lisztstraße 1, 1030 Wien; Ab 6 Jahren; Regie: Sue Buckmaster; Mit Safira Robens, Dorothee Hartinger, Wolfram Rupperti und den Puppenspielern Teele Uustani, Stellan Torrn und Maximilian Tröbinger; Premiere: 13. November, 16 Uhr; Weitere Termine: 16., 17., 22. und 23. November sowie 21. Dezember, jeweils 10.30 Uhr; )

(APA)

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