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Plädoyer für Mut und Menschlichkeit

Amorelie-Gründerin Lea Sophie Cramer: „Müssen uns verändern.“
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Sie hat die Sexspielzeugbranche aus der Schmuddel­ecke geholt, das Liebesleben enttabuisiert und setzt sich für mehr Diversität, Mut und Offenheit ein. Für Lea Sophie Cramer, Gründerin des Onlineshops Amorelie, sind diese Themen im heurigen Coronajahr noch wichtiger geworden. „Selten haben wir soziale Ungleichheit so stark wahrgenommen wie 2020. Die einen konnten in ihr Landhaus flüchten, andere waren in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung eingesperrt. Zehn Prozent der deutschen Bevölkerung gehören 67 Prozent des Vermögens.“ Zudem habe man gesehen, dass Diversität nicht funktioniere und dass alle technischen Tools, die wir im Homeoffice nutzen, aus Amerika oder China kommen. „Europa spielt hier nicht mit“, sagt Cramer.

„Müssen uns verändern“

Für sie steht deshalb fest: „Wir können so nicht weitermachen, wir müssen uns verändern. Die Wirtschaft muss wieder bunter, mutiger und menschlicher werden.“

Das trage auch zum Erfolg in den Unternehmen bei. Denn laut Studien machen beispielsweise diverse Teams um 19 Prozent mehr Umsatz. „Diversität zuzulassen, zahlt sich aus und macht uns zu einer besseren Gesellschaft“, so Cramer. Um das zu schaffen, müsse man Quoten von unten einführen. Das bedeute, wir müssen schon unsere Töchtern für Technik begeistern, so dass sie später einmal selbstverständlich in Vorstandspositionen sitzen. „Es dauert zwar länger, Frauen für Führungspositionen zu finden, aber es gibt sie.“

Mehr Mut gefragt

Zudem plädiert Cramer für mehr Mut. „Gründer müssen mutiger sein und wir müssen es zugleich schaffen, dass junge Menschen Gründertum toll finden.“ Auch die Politik sei gefragt. Beispielsweise wenn es darum gehe, mehr Geld in Zukunftsthemen zu investieren. „Kritisiert wird man sowieso, aber Mut wird belohnt“, ist die Berlinerin überzeugt.

Genauso wie Menschlichkeit. „Vertrauen steigert die Team-Performance. Die Menschen brauchen Sicherheit“, sagt Cramer, der bei Amorelie schnell bewusst wurde, dass der Verkauf der Produkte ein Geschäft zwischen zwei Menschen ist.

Lea Sophie Cramer ist davon überzeugt, dass eines den großen Unterschied macht: „Wenn ich als Führungsperson Veränderung annehme, mutig und empathisch bin.“ Mit der Empathie könne man bereits morgen anfangen. „Wichtig ist, den Mensch zu sehen und nicht nur seine Leistung.“

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