Piraten setzen Segel im Land

Sie werden die Vorarlberger Piraten nach aussen vertreten (von links): Sabrina Felder, Dominik Greissing, Doris Prähauser (alle Geschäftsführer) sowie Amandus Riedl, Michael Riml und Serdal Stern (alle Vorstand).
Sie werden die Vorarlberger Piraten nach aussen vertreten (von links): Sabrina Felder, Dominik Greissing, Doris Prähauser (alle Geschäftsführer) sowie Amandus Riedl, Michael Riml und Serdal Stern (alle Vorstand). ©Dietmar Stiplovsek
Dornbirn - Die Interimszeit bei der Vorarlberger Piraten-Partei ist vorbei, der neue Vorstand ist gewählt.

Gediegen, abgedunkelt und andächtig ruhig: So wie man es sonst nicht gewöhnt ist, war es am Sonntag im Dornbirner Spielboden. Dort nämlich hielten die Vorarlberger Piraten ihre Landesgeneralversammlung ab. Damit war die Zeit für den interimistisch eingesetzten Vorstand abgelaufen. Denn 22 der 26 Stimmberechtigten Mitglieder (alle, die den Mitgliedsbeitrag einbezahlt haben, Anm. d. Red.) wählten die neue Parteispitze.Krawatten suchte man in der Kulturstätte vergebens. Die Atmosphäre war ­familiär. Nicht chaotisch, sondern klar strukturiert Punkt für Punkt ackerten die Piraten die Agenden durch. Warfen ihre Stimmzettel in violette Boxen, bis schließlich das neue dreiköpfige Führungstrio stand.

Hohe Ziele gesteckt

Aus den vier Kandidaten setzten sich Serdal Stern (32), Michael Riml (62) und Amandus Riedl (21) durch und bilden nun das neue Führungsgespann – gleichberechtigt. Der bisherige Ober-Pirat Marc Fuhrken stand nicht mehr zur Wahl. „Aus persönlichen Gründen“, wie er sagt.

Mit den meisten Stimmen nahm Serdal Stern die Wahl voller Tatendrang an. „Endlich ist das Formelle geklärt. Nun können wir uns an die Inhalte ranmachen.“ Für einen Piraten typisch formulierte er seine Ziele mit seiner Partei unverblümt, angriffig: „Erstes Ziel ist ganz klar Nationalrat und dann wird der Landtag erobert.“ Bis Ende des Jahres gelte es nun, ein Programm auf die Beine zu stellen. Dazu wird alle 14 Tage ein Stammtisch in einer anderen Lokalität abgehalten. „Zu diesen sind alle recht herzlich eingeladen, die interessiert sind, etwas zu verändern. Wo wir wann sind, steht immer auf unserer Homepage“, rührt Stern schon im Stile eines Politikers die Werbetrommel.

Gläserne Parteikasse

In den See stechen müssen die Piraten vorerst aber noch mit bescheidenem Segel. 502,89 Euro sind derzeit auf dem Parteikonto, 160 Euro in der Kasse. „Es ist nicht viel, aber wir müssen immerhin nicht mit ganz leeren Händen starten“, sagt Christoph Fischer aus dem erweiterten Vorstand. Eines der Leitmotive der Piraten ist die Transparenz. „Darum veröffentlichen wir unsere Einnahmen und Ausgaben jeden Monat auf unserer Homepage. Damit wir volle Transparenz gewährleisten“, sagt Fischer.

Wie beim Vorstand gibt es auch ein Geschäftsführer-Trio. Die drei Personen, die als Geschäftsführer zur Wahl standen, wurden auch in einem Wahlvorgang gewählt und nicht einfach ins Amt gesetzt. „So bekommen die Bewerber ihr Feedback, was die Akzeptanz betrifft“, erklärte Fischer zuvor.

Die Piratenpartei zählt derzeit rund 80 Sympathisanten. Vom Bauleiter über den Grafikdesigner bis hin zur Sozialarbeiterin setzt sich der erweiterte Vorstand bunt zusammen. Sie alle wollen eines: „Mitmachen bei der Mitmach-Partei“, wie sich die Piraten selbst betiteln.

Die drei Vorstandsmitglieder und ihre Anliegen

Serdal Stern (32 Jahre, Bauleiter)
Transparenz ist mir am wichtigsten. Das ist es auch, was meiner Meinung nach in den anderen Parteien fehlt. An uns Piraten gefällt mir vor allem, dass wir eine „Mitmach- Partei“ sind.

Michael Riml (62 Jahre, Grafikdesigner)
Ich möchte vor allem mein Wissen um die Urheberrechte einbringen. Das ist ein sehr komplexes Thema. Zudem werde ich mich für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzen.

Amandus Riedl (21 Jahre, Tiefbau)
Wichtig ist, dass die Leute sehen, dass jede Stimme zählt und sich jeder einbringen kann. Die Menschen sollen in Zukunft wieder ein Bewusstsein für die Demokratie bekommen.

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