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Pilotprojekt für landeseigenen Wohnbau im Burgenland

Doskozil will leistbaren Wohnraum schaffen
Doskozil will leistbaren Wohnraum schaffen ©APA/ROBERT JAEGER
Das Burgenland steigt über die Landesgesellschaft SOWO Burgenland (So Wohnt Burgenland) in den Wohnbau ein. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) will damit leistbare Wohnungen, Reihenhäuser und Bungalows zur Verfügung stellen, die zum Errichtungspreis und nicht zum meist höheren Verkehrswert zum Zeitpunkt des Kaufs angeboten werden. Bei drei Pilotprojekten soll noch heuer der Baustart erfolgen, so Doskozil am Montag bei einer Pressekonferenz.

Die Mieter sollen nach 30 Jahren zu den Eigentümern werden und mit jeder Miete den Kaufpreis abbezahlen. "Mit jeder einzelnen Mietzahlung wird sukzessive Eigentumsanteil erworben. Dieses Geld geht nicht verloren", sagte der Landeshauptmann. Die Mietkosten sollen sich im Bereich von rund zehn Euro pro Quadratmeter bewegen. "Der künftige Eigentümer finanziert nur das, was auch tatsächlich aufgewendet wurde, und zahlt es über die Miete", so Doskozil. Vergeben werden die Wohnungen an alle Burgenländer, die berechtigt sind, Wohnbauförderung zu beziehen.

Der landeseigene Wohnbau soll auch ein Gegenmodell zu den gemeinnützigen Genossenschaften werden, mit deren gesetzlicher Regelung im Bund der Landeshauptmann nicht einverstanden ist. Dass diese die Wohnungen zum Verkehrswert verkaufen und Eigenmittel an den Mieter weitergeben, "das hat mit Gemeinnützigkeit nichts zu tun", meinte Doskozil. Für Jungfamilien soll es außerdem die Möglichkeit geben, in den ersten zehn Jahren weniger Miete und dafür später mehr zu zahlen.

Gebaut werden sollen Reihenhäuser mit rund 110 Quadratmetern Nutzfläche, Neubauwohnungen und Wohnungen im Bestand, die revitalisiert werden, mit 45 bis 110 Quadratmetern und Bungalows, betonte Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Die SOWO habe sich bereits strategisch Grundstücke gesichert und werde das auch weiter tun. Die Gebäude sollen nachhaltig sein, zur Ortskernbelebung beitragen, eine möglichst autarke Energieversorgung aufweisen und mit E-Ladestationen ausgestattet werden, sagte Gerald Goger, Geschäftsführer der Landesimmobilien (LIB), deren Tochterfirma die SOWO ist.

Die ersten drei Pilotprojekte sind Reihenhäuser in Pinkafeld und verdichteter Flachbau in Stuben (Bezirk Oberwart) sowie sanierte Wohnungen in Deutsch Jahrndorf (Bezirk Neusiedl am See). Der Baustart soll noch heuer im Herbst erfolgen. Die Fertigstellung ist bis Jahresende 2024 geplant, so Goger.

Die FPÖ Burgenland sieht das Vorhaben eines landeseigenen Wohnbaus kritisch. "Doskozil scheint zu glauben, dass sich die Eigentümer die bezahlten Mieten als Gewinn in ihre Taschen stopfen", meinte Landesparteiobmann Alexander Petschnig in einer Aussendung. Ein Großteil des Geldes werde aber zur Bedeckung der Kosten für Errichtung, Erhaltung und Finanzierung des Gebäudes, für Steuern und Abgaben oder die laufenden Betriebskosten ausgeben. "Es ist einfachste Mathematik, dass hier kein Raum für die Anrechnung auf künftigen Eigentumserwerb verbleibt", kritisierte Petschnig.

(APA)

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