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Pflicht für „Erwachsene der Welt“

Zum Auftakt der wichtigsten Konferenz für Kinderrechte hat Kofi Annan zu entschlosseneren politischen Schritten für eine Kindheit ohne Leid aufgerufen.

Jedes Kind habe ein Recht darauf, in einer friedlichen Umgebung aufzuwachsen und die Schule zu besuchen, erklärte Annan beim Weltkindergipfel am Mittwoch in New York. Die „Erwachsenen der Welt“ hätten schmerzlich versäumt, die Rechte der Heranwachsenden zu wahren.

„Lassen Sie uns nicht die Kinder für unsere Fehler zahlen“, rief Annan den Delegierten aus mehr als 180 Ländern zu. Die Regierungen müssten ihre Zusagen, eine lebenswerte Welt für die Kinder aufzubauen, in die Tat umsetzen. Den Kindern und Jugendlichen, die mit rund 250 Delegierten bei dem dreitägigen Gipfel vertreten sind, sagte Annan: „Ihr habt das Recht darauf, ohne Armut und Hunger aufzuwachsen.“ Auch Schulbildung, Schutz vor Krankheiten und Krieg, Ausbeutung und Misshandlungen hob Annan hervor.

Bei der Konferenz in New York soll ein weltweiter Aktionsplan zum Schutz der Kinder erarbeitet werden. Zu den Hauptthemen zählen auch Kinderarbeit, der Einsatz von Kindern und Jugendlichen in militärischen Konflikten, Kinderprostitution und die Situation der Aids-Waisen. Außerdem wollen die Delegierten eine Bilanz des Erreichten seit der letzten Konferenz zur Lage der Kinder vor zwölf Jahren ziehen.

Insgesamt habe sich die Situation im vergangenen Jahrzehnt verbessert, die Ziele seien aber noch lange nicht erreicht, erklärte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Carol Bellamy. Mehr Kinder als je zuvor besuchen eine Schule, die Kinderlähmung gilt als nahezu ausgerottet, und es sterben drei Millionen Kinder weniger pro Jahr als 1990. Doch noch immer fallen jährlich Millionen Kinder behandelbaren Krankheiten und Kriegen zum Opfer. Mindestens 300.000 Jugendliche müssen selbst in den Kampf ziehen. Hunderte Millionen leiden an Hunger und Mangelernährung. Von den 2,1 Milliarden Kindern weltweit erhalten rund 120 Millionen keine Schulbildung.

Neben 3.000 offiziellen Delegierten nehmen an dem Gipfel auch ebenso viele Vertreter von Nichtregierungsorganisationen teil. Auch prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kirche und Kultur sind vertreten, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates oder der osttimorische Friedensnobelpreisträger Bischof Carlos Belo. In Rom äußerte Papst Johannes Paul II. die Hoffnung, dass der Weltkindergipfel zu einem verstärkten Engagement der Weltgemeinschaft zu Gunsten der Kinder führe.

Kritik an USA

Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass viele Zusagen der Vergangenheit nicht umgesetzt worden seien und warnten vor einer neuen Dekade der gebrochenen Versprechen. Human Rights Watch und terre des hommes warfen den USA Blockadepolitik vor. Washington wolle jeden Bezug der Abschlusserklärung auf die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 verhindern. „Es darf nicht sein, dass das Abschlussdokument hinter dem zurückbleibt, was an umfangreichen Schutzrechten in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist“, erklärte Michael Heuer von terre des hommes Deutschland. Bis auf die USA und Somalia haben alle UN-Mitgliedstaaten die Konvention ratifiziert. In den USA wurde kritisiert, das Abkommen könne die Rechte der Eltern einschränken und Landesrecht entgegenstehen.

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