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Pflanzen wider den Zeitgeist

Er sucht und hütet längst vergessene Pflanzensorten, um Identität zu retten. Mutter Erna sitzt kurz am Bänkle. Vater Adolf liest Äpfel auf.

Die schlechten ins Töpfchen, die guten werden zu Saft gepresst. Zu 30.000 Litern im Jahr.

Weil DI Dr. Richard Dietrich den Bauernhof seiner Eltern wieder aufgesperrt hat. Erna und Adolf hatten in den 80 er- Jahren schon aufgeräumt. Da kam der Sohn vor acht Jahren aus Wien zurück. Der Wissenschafter. Auf den Bauernhof. „Und hot an Wirbel g’macht.“ Der Dietrich ist so einer. Das

sagt er selber. Aber Richard Dietrich hat ein Anliegen. Und das wächst und gedeiht. Auf den 240 Halbstämmen im Ried und im Garten hinterm Haus: Dietrich spürt alten Sorten nach. Weil wir sonst Ernte um Ernte „Identität verlieren“. Und merken es gar nicht.

Heimisch bevorzugt

Südafrikanischem Riebelmais, der in Salzburg gemahlen und als hiesiger verkauft wird, setzt er 20 alte Vorarlberger Maissorten entgegen. Die hat er – Gott allein weiß wie – irgendwo ausgegraben. Wissend, dass „seit 1650 Riebelmais im Land geerntet wurde und um 1870 stolze 2000 Hektar in Blüte standen“. Dann hörte das auf und geriet in Vergessenheit. Heute hegt Dietrich seinen Ländle-Mais im Garten, gleich neben dem Feld der Namenlosen. Dort wachsen alte Apfelsorten heran, deren Namen keiner mehr kennt.

Das alles ist hier einmal groß geworden. Auch auf dem dietrichschen Hof. Schon der Großvater war Bauer und hätte seine Freude daran, wie der Enkel heute gegen Identitätsverlust und Feuerbrand zu Felde zieht. Der nämlich ist auch so „eine Katastrophe“. So viele Bäume sind schon gefallen. Aber Dietrich gibt nicht auf. Und veredelt und pflanzt weiter wider den Zeitgeist, der Bauern längst zu Landschaftsgärtnern mit Fördergeldbezug verkommen lässt.

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