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"Pfad der Tugend nicht verlassen"

Schwarzach - Deutschland erlebt eine "hocherfreuliche Wirtschaftsentwicklung im dritten Jahr in Folge", die beste seit zehn Jahren. Arbeitgeber-Präsident Hundt warnt die Regierung vor der "Verteilung von Wahlgeschenken".

Die Arbeitslosigkeit wurde in nur drei Jahren von 5 auf 3,5 Millionen verringert, in nur zwei Jahren entstanden 1 Million neue Jobs. Auch mäßig Qualifizierte und über 50Jährige stehen wieder in Arbeit. Das alles werde freilich „aufs Spiel gesetzt, wenn die Koalitionsregierung den Pfad der Tugend verlässt und Wahlgeschenke zu verteilen beginnt“.

Diese Warnung sprach heute Dr. Dieter Hundt aus. Der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände weilte in Vorarlberg, um an einer Veranstaltung der Deutschen Handelskammer in Österreich zum Thema „neue soziale Marktwirtschaft – Beteiligung von Mitarbeitern an Unternehmen“ im Festspielhaus Bregenz teilzunehmen. Nach Jahren guter Reform- und moderater Tarifpolitik sowie eines „stringent gefahrenen Wachstumskurses“ sehe er, Hundt, verschiedene Entwicklungen mit Sorge: Die Erhöhung der Arbeitslosengeld-Bezugsdauer, die Verwässerung des Fahrplanes zum Rentenantritt mit 67, außerplanmäßige Milliardenzahlungen an die Rentner, das „Gerede über staatlich verordnete Mindestlöhne“ und auch das Kokettieren mit neu erstarkten Linksparteien „sind lauter Dinge, die sich rächen werden, wenn wir ihnen nicht entschlossen abschwören“, so der Arbeitgeberpräsident. Seine diesbezügliche Sorge formuliere er auch mit Blick auf die abkühlende Weltkonjunktur, unaufhörlich steigende Rohstoffpreise und „eine Banken- bzw. Finanzkrise, deren Ausmaß wir heute noch gar nicht übersehen“ (Hundt).

Der seit 1996 amtierende oberste deutsche Arbeitgebersprecher präferiert, wenn es um die verstärkt diskutierte Mitarbeiterbeteiligung an Unternehmen geht, „eher eine Erfolgs- als eine Substanz- bzw. Kapitalbeteiligung“. Nicht nur, weil erstere – auch in Klein- und Mittelfirmen – einfacher umsetzbar ist, sondern auch, weil zweitere ein prinzipiell doppeltes Arbeitnehmer-Risiko birgt. Nämlich (bei Misserfolg der Firma) das des Jobs und des eingesetzten Kapitals.

„Gewisses Verständnis“ signalisierte Hundt gestern dafür, dass sich die Öffentlichkeit entsetzt abwendet, wenn Konzerne wie Siemens, BMW oder Henkel taggleich Allzeit-Rekordgewinne und den Hinauswurf Tausender Beschäftigter verkünden. Oder wenn innert weniger Stunden verlautbart wird, dass der Deutsche Bank- oder der Daimler-Chef zweistellige Millionensaläre für 2007 einstreifen, dass aber andererseits Arbeitgeberorganisationen gegen 7,40 Euro Mindestlohn auf die Barrikaden steigen. Hundt: „Es mag ja sein, dass BMW Leute abbauen muss, z. B. um ein in Jahren auf den Konzern zukommendes Problem zu antizipieren. Aber synchron müssten die Gewinn- und die Personalmeldung vermutlich wirklich nicht hinaus.“ Und was die Ackermanns und Zetsches, also die Mega-Kassierer im Management, angeht, so seien das „Einzelfälle, auch wenn’s vielleicht einige Hundert sind. Wir haben drei Millionen Firmen“ (Hundt).

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