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Peter Wawerzinek liest im Literaturhaus

Mit dem Autor Peter Wawerzinek im Literaturhaus auf Tuchfühlung.
Mit dem Autor Peter Wawerzinek im Literaturhaus auf Tuchfühlung. ©Evelyn Brandt
Lesung Peter Wawerzinek

Im Literaturhaus Schanett war der Berliner Schriftsteller Peter Wawerzinek zu Gast. Er las aus seinem autobiografischen Roman “Rabenliebe”, für den er 2010 den renommierten Bachmannpreis erhielt, und er stellte erstmals in Österreich sein neues Buch “Parodien. Wawerzineks Raubzüge durch die deutsche Literatur” vor.

Peter Wawerzinek nimmt bei seinen Lesungen gerne regionale Bezüge auf, so begann er im Literaturhaus mit einer aktuellen Pressemeldung, die biografische Details des Feldkircher Schriftstellers Max Riccabona zum Thema machte, dessen Behauptung, er habe als Jugendlicher die Bekanntschaft des sich auf der Durchreise befindenden James Joyce gemacht, nun von Joyce- Forscher Andreas Weigel widerlegt wurde.

So spannte der sympathische Schriftsteller den Bogen über Fragen der Integrität und emotionalen Wahrheit zu seinem Buch “Rabenliebe”. “Rabenliebe” ist ein unerträglich offenes Buch, ein Buch, das sich wie ein Alptraum liest, ein Buch, das einem den Atem raubt und nicht leicht zu ertragen ist: 1956 verlässt die Mutter die Wohnung im Norden der DDR, schließt die Tür hinter sich zu, geht in den Westen – der zweijährige Sohn und die einjährige Tochter bleiben allein zurück. Nachbarn hören die Kinder, sie überleben. Weiterleben heißt für den zweijährigen Sohn: Heimkarriere, Verstummen, Adoption, Verzweiflung, Suche nach der Mutter.

Die Vortrags- und Lesekunst Peter Wawerzineks konnten die begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer dann noch einmal bei einzelnen Auszügen aus dem neuen Buch “Parodien. Wawerzineks Raubzüge durch die deutsche Literatur” hören. Hier beeindruckte vor allem der parodistische Text über Christa Wolf mit dem Titel “Spürfalle”. Das Lied kommt vor allem denjenigen bekannt vor, die in der ehemaligen DDR nicht regiekonform schrieben, dichteten, sangen oder sich sonstwie unerwünscht verhielten.

“Ein schöne Lesung, ein reicher Abend”, resümierten die Besucherinnen und Besucher des Literaturhauses.

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