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Personalnot bei der Polizei - Das soll Abhilfe schaffen

Polizeischüler bei der Ausbildung. (Symbolbild)
Polizeischüler bei der Ausbildung. (Symbolbild) ©APA
Das Innenministerium will in Zukunft Polizeischülern ein Klimaticket erstatten. Dies sei Teil eines Maßnahmenpakets, um das Recruiting anzukurbeln, hieß es aus dem Ministerium.
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Die Gewerkschaft FSG übte Kritik. "Unserem Antrag wurde jetzt zumindest teilweise entsprochen", so FSG-Chef Hermann Greylinger. Besser wäre es jedoch gewesen, die Maßnahme auf alle Polizistinnen und Polizisten auszuweiten, so der Tenor der roten Personalvertreter.

Klimaticket für Polizeischüler

Konkret erhalten österreichweit alle Polizeischülerinnen- und -schüler während der zweijährigen Grundausbildung das Klimaticket vom Ministerium bezahlt. Das gelte auch für Verwaltungspraktikantinnen- und -praktikanten sowie Lehrlinge. "Die Regelung wird im Sommer 2023 in Kraft treten", so Sprecher Markus Haindl.

Führerschein wird bezahlt

Darüber hinaus sollen zukünftige Exekutivbedienstete die Kosten des Führerscheins während der Ausbildung ersetzt bekommen. "Voraussetzung ist der positive Abschluss der Grundausbildung", so Haindl. Dann werden die Kosten laut Angaben des Ministeriums bis zu einem Maximalbetrag von 1.400 Euro ersetzt. Der Führerschein müsse dann bis zum sechsten Ausbildungsmonat nachgewiesen werden. Bisher war der Führerschein eine Voraussetzung vor der Aufnahme in den Polizeidienst.

Prämie für Anwerbung

Geplant ist auch ein Belohnungssystem für die erfolgreiche Anwerbung. "Polizistinnen und Polizisten, aber auch BMI-Bedienstete erhalten eine Belohnung von 500 bis 1.000 Euro, wenn sie erfolgreich einen Polizeischüler/Polizeischülerin anwerben. Die Auszahlung erfolgt erst nach bestandener Dienstprüfung", hieß es aus dem Ministerium. "Eine ähnliche Regelung auch bei der Anwerbung von IT-Personal oder Verwaltungspersonal", so der Sprecher.

Wird der Aufnahmetest leichter?

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass das Innenministerium beim Recruiting und der Attraktivierung des Berufs nachschärfen wolle. Das Ressort bestätigte Ende April, dass ein Maßnahmenpaket geplant sei. "Die Neuerungen umfassen einerseits Maßnahmen zur Ansprache von Bewerbern und Bewerberinnen, die Attraktivierung der Candidate Experience und Attraktivierung des Berufes sowie Investitionen in die Mitarbeiterbindung", sagte ein Sprecher damals gegenüber der APA. So sei unter anderem eine Herabsetzung der Aufnahmekriterien beim Sportteil des Auswahlverfahrens oder eine Wiederholungsmöglichkeit bei negativem Prüfungsergebnis während der Polizeischule denkbar. "Die Punkte befinden sich derzeit noch in Planung und Überprüfung im Hinblick auf Art, Zeit und Form der Umsetzbarkeit", so der Sprecher. Eine Umsetzung sei in diesem Jahr geplant.

Gewerkschaft ortet "Alibi-Aktion"

FSG-Chef Greylinger sah darin eine "Alibi-Aktion". "Man muss an größeren Schrauben drehen", sagte er auf Anfrage der Austria Presse Agentur. Er fordert eine grundlegende Änderung des Gehalt- und Pensionssystems. "Das sind die wirklichen Schrauben, an denen gedreht werden muss", so der Personalvertreter. "Bei Eintritt ab dem 26. Lebensjahr ist das Erreichen der Funktionszulage, Funktionsstufe 4, nicht mehr möglich, ganz abgesehen davon, dass die Gehälter für Späteinsteiger mehr als unattraktiv sind", heißt es von der FSG. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine Nachsicht des Grundwehrdienstes oder eine Einrichtung von Kinderbetreuungsstellen und weitere Maßnahmen, um das Recruiting anzukurbeln.

Kritik von der FPÖ

Kritik kam auch vom Bundesvorsitzenden der AUF und freiheitlichen Bereichssprecher für den öffentlichen Dienst, Werner Herbert: Es herrsche eine "massive Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen und dem Führungsverhalten", sagte der FP-Politiker unter Berufung auf eine interne Umfrage. "Wenn es endlich wieder einen Innenminister gibt, der sich ernsthaft der Interessen der Exekutivbediensteten annimmt, auch was die Arbeitsbedingungen oder die Gehaltsschemata betrifft, wird auch die Rekrutierung wieder leichter fallen."

(APA)

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