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Pensionsschere: Vorarlberg erneut Schlusslicht

Pensionsschere: Vorarlberg erneut Schlusslicht.
Pensionsschere: Vorarlberg erneut Schlusslicht. ©Canva
Am Dienstag ist der Vorarlberger "Equal Pension Day". Mit 47,3 Prozent Differenz zwischen Männer- und Frauenpensionen ist Vorarlberg wie im vergangenen Jahr einmal mehr Schlusslicht im Bundesländervergleich.

Der österreichweite Pensionsunterschied liegt bei 40,5 Prozent. ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Iris Seewald fordert konkrete Maßnahmen zum Schließen der Pensionslücke: "Wieder ist ein Jahr vorbei und wieder hat sich beim Schließen der Pensionsschere nicht viel getan. Mit einem Pensionsunterschied von 47,3 Prozent sind wir einmal mehr Schlusslicht im Bundesländervergleich. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Politik und Unternehmen müssen endlich Maßnahmen setzen, die Frauen langfristig im Alter absichern." Am 11. Juli haben Männer in Vorarlberg bereits so viel Pension auf dem Konto wie Frauen erst am Jahresende. An diesem Tag, dem sogenannten "Equal Pension Day", wird jährlich die Entwicklung der Pensionsunterschiede zwischen Männern und Frauen aufgezeigt.

1.006 Euro weniger Pension für Vorarlbergerinnen

Die durchschnittliche Alterspension ist in Vorarlberg sehr ungleich verteilt. Während Männer im Durchschnitt eine monatliche Pension von 2.129 Euro erhalten, sind es bei den Frauen nur 1.123 Euro, also um 47,3 Prozent weniger. Im österreichweiten Vergleich zeigen die aktuellen Daten, dass Frauen im Schnitt um 40,5 Prozent weniger Pension erhalten als Männer (Quelle: Pensionsversicherungs-Jahresstatistik). Der österreichweite "Equal Pension Day" findet am 4. August statt.

Viele Faktoren spielen mit

Die Pensionsschere sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, so Seewald. "Dazu zählen niedrigere Löhne, die hohe Teilzeitquote, aber auch Berufsunterbrechungen aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflege." Dazu komme, dass 2024 das Pensionsantrittsalter für Frauen schrittweise angehoben werde und jenem der Männer angeglichen werde. Seewald fordert in diesem Zusammenhang: "Mehr denn je muss darauf geachtet werden, dass Frauen Vollzeit arbeiten können und bis zur Pension gesund im Job bleiben. Das sind die Knackpunkte für höhere Frauenpensionen." Schon jetzt gehe nur die Hälfte der Frauen direkt vom Beruf in die Pension. Die andere Hälfte scheide aufgrund von Mehrfachbelastung, Betreuungsarbeit, gesundheitlichen Problemen oder weil Unternehmen keine Arbeitsplätze für Ältere anbieten, vorher aus dem Erwerbsleben aus.

Diese Maßnahmen werden gefordert

"Wer die Pensionslücke schließen will, kommt an flächendeckenden Kinderbildungseinrichtungen und gesunden Arbeitsbedingungen nicht vorbei", so die Gewerkschafterin. "Wir brauchen dringend Maßnahmen, die die finanzielle Absicherung von Frauen im Alter fördern. Dazu gehören faire Entlohnung, altersgerechtes Arbeiten und Gesundheitsförderung, ein Recht auf Altersteilzeit, aber auch die bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten und ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Geburtstag des Kindes. Das wären wichtige Schritte für höhere Frauenpensionen und damit gegen Altersarmut", so Seewald abschließend.

(Red.)

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