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Pensionist soll Literaten genötigt haben

Das mutmaßliche Opfer: Michael Köhlmeier.
Das mutmaßliche Opfer: Michael Köhlmeier. ©VOL.AT/R. Paulitsch
Schwarzach - Das mutmaßliche Opfer: Michael Köhlmeier. Im Prozess einigte man sich auf einen außergerichtlichen Tatausgleich.

Michael Köhlmeier könnte bald ein Buch mit dem Titel „Der Tatausgleich“ schreiben. Mit einem außergerichtlichen Tatausgleich endete am Karfreitag zumindest vorläufig ein Strafprozess am Landesgericht Feldkirch, in dem der Schriftsteller als mutmaßliches Gewaltopfer eine Zeugenaussage gemacht hat.

Beim Bewährungshilfeverein Neustart in Bregenz wird dessen Chef Winfried Ender nun ein Konfliktbereinigungsgespräch mit dem Autor und dem Angeklagten führen. Sollte es dabei zu keiner Versöhnung kommen, würde das von Richterin Claudia Egger geleitete Strafverfahren fortgesetzt werden. Nötigung, gefährliche Drohung, versuchte Körperverletzung: Der 71-jährige Angeklagte bestritt beim Prozess alle Anklagevorwürfe. Köhlmeier hatte den Pensionisten aus Lustenau angezeigt.

Von Auto gestreift

Den Sachverhalt schilderte der 62-jährige Hohenemser aus seiner Sicht so: Während seines Spaziergangs am Alten Rhein in Lustenau sei er am 29. September 2011 vom Auto des Angeklagten angefahren worden. Gestreift, aber nicht verletzt habe ihn der Pkw. Danach sei der Wagen mit Vollgas im Rückwärtsgang auf ihn zugefahren. Er habe den Eindruck gehabt, dass man „es auf mich abgesehen hat“. Mit einem Sprung habe er sich retten können. Deshalb klagte die Staatsanwaltschaft den Autofahrer wegen Nötigung an.

Am 4. Oktober 2011 habe er auf seinem Spazierweg den Mann wieder getroffen. Dieser habe seine Mistgabel aber nicht gegen ihn gerichtet, sagte Köhlmeier beim Prozess. Damit entfiel der Anklagepunkt gefährliche Drohung. Der Angeklagte habe, behauptete der Literat, während der verbalen Auseinandersetzung die Mistgabel weggeworfen und ihn in den Schwitzkasten genommen. Der 71-Jährige habe ihn zu Boden und dann seine Knie gegen ihn gedrückt. Das wertete die Anklagebehörde als versuchte Körperverletzung.

Die Version des Angeklagten: Er habe einer Radfahrerin ausweichen müssen und so Köhlmeier zum Ausweichen gezwungen. Weil dieser mit der Hand gegen das Auto geschlagen habe, sei er im Rückwärtsgang zu ihm hingefahren. Dann sei es zu wechselseitigen Beschimpfungen gekommen. “Sie haben keine Beule am Auto, sondern am Kopf”, habe Köhlmeier dabei zu ihm gesagt. Körperlich habe er den Schriftsteller nie attackiert.

Privatbeteiligtenvertreter Gerold Hirn verzichtete letztlich doch auf ein symbolisches Schmerzensgeld von 50 Euro für Köhlmeier.

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