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Pensionen: Druck auf die Finanzierbarkeit

IHS-Chef Martin Kocher sieht die von der Regierung beschlossene Pensionserhöhung skeptisch.
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Die Anpassung liegt in Summe über der Inflationsrate und kostet daher mehr als gesetzlich eigentlich vorgeschrieben. „Es erhöht natürlich weiter den Druck auf die langfristige Finanzierbarkeit“, sagte Kocher. Bedenken kommen auch vom Vorsitzenden der Alterssicherungskommission der Regierung, Walter Pöltner.

„Es wird eine Pensionsreform geben müssen“, betonte Kocher. Er warnte vor der „Illusion“, das Pensions­system durch eine immer stärkere Steigerung der Versichertenzahl finanzieren zu können. Dies sei in den letzten Jahren durch Zuwanderung und mehr Frauen am Arbeitsmarkt gelungen, aber: „Irgendwann werden wir sehen, dass die Demografie nicht mehr reichen wird. Dann ist es sehr spät für eine Reform.“

Falsche Vorstellungen

Skeptisch beurteilt die aktuelle Pensionserhöhung auch Pöltner – und zwar, weil kleinere Pensionen um bis zu 3,5 Prozent steigen, während Bezieher höherer Renten nicht einmal die Inflationsrate abgegolten bekommen. „Bei den Politikern steht die Vorstellung im Raum, dass hinter jeder kleinen Pension ein armer Mensch steht“, so Pöltner. Tatsächlich hätten Kleinstpensionisten oft aber auch andere Einkünfte. Außerdem sieht er langfristig das Versicherungsprinzip gefährdet, wonach höhere Einzahlungen auch höhere Pensionen bewirken müssten.

Präsentiert wurde eine Studie über verhaltensökonomische Anreize im Pensionssystem. Das sogenannte „Nudging“ setzt auf psychologische Tricks statt Verbote und will so zu einem bestimmten Verhalten motivieren – in diesem Fall zu einem späteren Pensions­antritt. So schlägt das IHS vor, künftig nicht nur auszuweisen, wie viel die Frühpension kostet, sondern auch, wie viel das Weiterarbeiten bis 68 bringen würde. Außerdem könnte die neutrale ­„Korridorpension“ in „Abschlagspension“ umbenannt werden.

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