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Pegida Vorarlberg im Gespräch mit WANN & WO

WANN & WO lud Pegida-Rednerin Andrea zum Interview in die Redaktion ein
WANN & WO lud Pegida-Rednerin Andrea zum Interview in die Redaktion ein ©Screenshot
WANN & WO sprach mit der Vorarlbergerin Andrea, Rednerin und Pegida-Mitglied, über ihre Beweggründe, Linke und Rechte sowie den ersten Pegida-Spaziergang am 22. März in Bregenz.

WANN & WO: Die wohl wichtigste Frage zuerst: Bist du der Kopf hinter Pegida Vorarlberg?
Andrea: Nein, aber ich kenne die Verantwortlichen zum Teil. Wir sind ein gutes Team. Pegida Österreich ist eine Gemeinschaftsbewegung. Es sind etwa 15 Personen österreichweit.

WANN & WO: Du warst bereits als Gastrednerin in Linz und Ludwigshafen und bist dort öffentlich aufgetreten. Im Interview hast du nun darum gebeten, anonym bleiben zu dürfen. Warum?
Andrea: Bei den Gastreden waren ja wirklich nur Interessenten und Fans, es ist aber etwas anderes, in einer Redaktion zu sitzen. Das WANN & WO erreicht in Vorarlberg jeden Haushalt.

WANN & WO: Was veranlasst dich, für Pegida zu sprechen bzw. Teil dieser Bewegung zu sein?
Andrea: Ich habe mich als Gastrednerin beworben, weil ich mir große Sorgen um meine Heimat mache und hoffe, mehr Leute aufwecken zu können. Vor allem jene, die die negativen Entwicklungen im Land nicht sehen oder sehen wollen.

WANN & WO: Welche Probleme und Sorgen sprichst du da genau an?
Andrea: Heimische Werte werden immer weiter zurückgedrängt. Zudem werden heimische, traditionelle Werte von Medien, Politikern und linken Organisationen immer häufiger negativ dargestellt.

WANN & WO: Bereiten dir also die linken Organisationen Sorge?
Andrea: Durchaus. Unter anderem, weil sie stark unterstützt und gesponsert werden. Das sieht man vor allem in Deutschland. Dort werden die Linken noch staatlich unterstützt. Es gab beispielsweise linke Demonstranten, die bezahlt wurden, Konzerte wurden von Städten gesponsert. Und das alles mit Steuergeldern. Ich habe keine Angst vor den Linken, habe aber auch hier in Vorarlberg schon schlechte Erfahrungen damit gemacht – meist persönliche Meinungsverschiedenheiten. Aber ich bin redegewandt und habe das immer ganz gut hingekriegt.

WANN & WO: Aber Meinung darf jeder seine eigene haben.
Andrea: Das ist wahr. Aber meiner Meinung nach neigen Linke viel eher zu Aggressivität – das hat man vor allem in Wien und Deutschland gesehen.

WANN & WO: Stichwort Wien: Dort waren zahlreiche Personen aus dem rechtsextremen Kreis – Neonazis, gewaltbereite Hooligans. Von den Linken habe ich weniger Gewalt ausgehen sehen.
Andrea: Wenn man die Fakten anschaut, gab es auf der linken Seite Verhaftungen, mehrere Anzeigen und viele Demos wurden schon im Vorfeld abgesagt.

WANN & WO: Was sagst du dazu, dass sich Rechtsextreme bei Pegida einschleusen?
Andrea: Der Durchschnitt ist der normale Bürger. Und man kann Demonstranten, die friedlich mitlaufen und vielleicht wenig Haare am Kopf haben, nicht einfach ausschließen. Aber es wurden in Wien auch Personen von der Demonstration verwiesen, aufgrund ihres aggressiven Verhaltens. Und ich distanziere mich auch klar von solchen Leuten.

WANN & WO: Am 22. März findet in Bregenz der erste Pegida-Spaziergang in Bregenz statt. Auf der Einladung dazu steht: Jede Art von verbotenen Handbewegungen ist untersagt. Warum muss man das in dieser Art und Weise mitteilen?
Andrea: Jedes Fußballstadion hat strenge Hausregeln, jedes Konzert, jedes Hotel …

WANN & WO: Das mag sein, aber ich war noch auf keinem Konzert, auf dem man den Kühnen- oder Hitlergruß gesehen hat, wie beispielsweise bei der Pegida-Demo in Wien. Das ist verfassungswidrig.
Andrea: Das ist auf der Einladung einfach allgemein formuliert, damit sich auch Linke nicht bei uns einschleichen und Pegida damit schaden. Das gab es auch schon bei FPÖ-Veranstaltungen, dass sich Linke eingeschlichen haben, um mit entsprechenden Handzeichen der Veranstaltung zu schaden.

WANN & WO: Auf der Einladung zum Spaziergang in Bregenz werden zwei „großartige und erfolgreiche Gastredner“ angekündigt. Wirst du als Rednerin dabei sein?
Andrea: Ja, aber nicht als Hauptrednerin. Nur für kurze Zeit. Die Hauptredner werden einige Tage vor dem Spaziergang bekannt gegeben.

WANN & WO: Stimmt es, dass du Mitglied der FPÖ bist?
Andrea: Eigentlich nicht. Ich zahle zwar Mitgliedsbeitrag, aber habe keine aktiven Funktionen oder Ämter. Ich mache das als Privatperson und völlig unparteiisch. Rein im Namen von Pegida. Pegida ist ja schließlich auch eine unparteiische Bürgerbewegung auf der Straße.

WANN & WO: Wie stehst du als Vertreterin einer Bewegung, die sich gegen die Islamisierung Europas ausspricht, zu den Themen Integration und Migration? (Anm. d. Red.: Diese Frage wurde schriftlich beantwortet und findet sich nicht auf dem Video interview. Mehrfache Anfragen zu einer Stellungnahme zum Thema „Islamisierung“ blieben bis Drucklegung unbeantwortet.)
Andrea: Diejenigen, die zu uns kommen und von Anfang an Respekt und Achtung vor Österreich, unserer Kultur und Sitten zeigen und sich wirklich anpassen – vor denen habe ich große Achtung und die sind auch herzlich willkommen. Auch wenn es von vielen Medien anders dargestellt wird: Unser Hauptziel ist es, auf die politischen Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen.

3 Zahlen zur Pegida Vorarlberg

15 Personen bilden offenbar den Kern der öster reichischen Pegida.
2171 Likes zählt die Facebook-Seite Pegida Vorarlberg (Stand: 28. Febraur).
58 Prozent der Likes stammen dabei aus dem Ausland (überwiegend aus Deutschland und der Schweiz).

Kommentar: “Pegida will im Ländle für Unruhe sorgen”

Harald Küng, Redakteur: „Nur wenige Stunden nach diesem Interview (aufgezeichnet am 25. Februar) teilte Pegida mit, die Demo am 22. März in Bregenz werde abgesagt – nur um sie am nächsten Tag wieder anzukündigen. Pegidas offizieller Sprecher kommt aus Linz, die Likes auf der Facebook-Seite stammen zur Hälfte aus dem Ausland. Pegida Vorarlberg scheint überwiegend aus Personen zu bestehen, die nicht im Ländle leben, hier aber unbedingt für Unruhe sorgen wollen.“

„Kein Verständnis für Pegida“

Adi Gross, Die Grünen: „Nachdem der Pegida-Hype in Deutschland abflaut, versuchen offenbar Trittbrettfahrer in Vorarlberg Stimmung zu machen. Spalten, hetzen und ausgrenzen ist typisch für die rechte Szene, die man auch hierzulande nicht unterschätzen darf. Dafür haben wir überhaupt kein Verständnis. Dass sich aber auch in Vorarlberg Leute finden, die auf der Pegida-Welle mitreiten wollen, war zu erwarten.”

„Gewalt – egal von welcher Seite – hat in Vorarlberg keinen Platz!“

Erich Schwärzler, ÖVP: „Es ist eine Tatsache, dass es im Internet eine ‚Pegida-Bewegung‘ und auch in Vorarlberg Sympathisanten davon gibt. Es ist nötig, sich ein Bild zu machen und die Entwicklung zu beobachten. Unser Ziel ist das friedliche Zusammenleben der hier lebenden Menschen. Kernelemente dafür sind gemeinsamer Dialog, Begegnung, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung. Gewalt – egal von welcher Seite – hat in Vorarlberg keinerlei Platz!“

 „Auftritte nicht im Namen der FPÖ“

Gerhard Dingler, FPÖ: „Die Dame ist den Vorarlberger Freiheitlichen bekannt, handelt jedoch – und das möchte ich an dieser Stelle ganz klar festhalten – als Privatperson in eigener Sache und in keinster Weise im Auftrag der FPÖ Vorarlberg, auch wenn die Beweggründe von Pegida teilweise durchaus nachvollziehbar sind. Sie wurde bereits per Brief zurecht gewiesen, dass sie ein einfaches Parteimitglied ist und ihre öffentlichen Auftritte nicht im Namen der Vorarlberger Freiheitlichen durchgeführt werden dürfen. Sollte dies künftig vorkommen, werden wir entsprechende Konsequenzen ziehen müssen.“

„Miteinander, nicht gegeneinander!“

Martina Pointner, NEOS: „Wir sehen Pegida eher kritisch, denn die Bewegung versucht, einen Spalt in die Gesellschaft zu treiben. Es scheint, als dass sie einen Teil der Menschen in Entscheidungen einbeziehen und einen anderen ausgrenzen will. Wir jedoch wollen einen Dialog zwischen allen Teilen der Gesellschaft. Es braucht kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander.“

„Gegen Islamophobie entschieden auftreten“

Reinhold Einwallner, SPÖ: „Die SPÖ Vorarlberg steht der Pegida Bewegung natürlich ablehnend gegenüber. Die Forderungen von Pegida sind fremdenfeindlich und intolerant. Pegida bringt keine Lösungen, sondern schürt nur Ängste und Unsicherheit. Jede Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist mit den Grundwerten der Sozialdemokratie nicht vereinbar. Gegen das neue Phänomen der ‚Islamophobie und des antimuslimischen Rassismus‘ müssen wir entschieden auftreten.“

(WANN & WO)

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