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Pädophile unter Beobachtung

Bludenz - Die Tat erschütterte letzte Woche ganz Vorarlberg: Ein 45-jähriger Pädophiler lockt ein sieben- und achtjähriges Mädchen in seine Wohnung und missbraucht sie sexuell.

Der Mann ist einschlägig vorbestraft und hatte eine Therapie abgebrochen. Mit Süßigkeiten erschlich sich der Sextäter das Vertrauen der Kinder und nutzte dieses schließlich auf die schlimmste Art und Weise aus. Die betroffenen Familien bekommen nun Unterstützung von verschiedenen Opferorganisationen. Die Stadt Bludenz veranstaltete außerdem gestern eine Informationsveranstaltung für Bewohner der Siedlung, in der der Vorfall passiert ist, denn die Verunsicherung in der Gegend ist nach dem Vorfall groß.

Bessere Kontrolle

Innenminister Günther Platter hat Kinderschändern den Kampf angesagt und will den Schutz vor solchen Wiederholungstätern verbessern. Wie die „VN“ berichteten, plant Platter für das Jahr 2008 eine Sexualstraftäter-Datei. Bei seinem Besuch in Vorarlberg bekräftigte der Innenminister gestern noch einmal seine Pläne und konkretisierte sein Vorhaben. In der Datenbank werden unter anderem Name, Fingerabdrücke, persönliche Daten des Betroffenen und – besonders wichtig – die Tatbegehungsweise des jeweiligen Verbrechers erfasst. Die Polizei hat damit ein genaueres Profil des betreffenden Täters. Außerdem will Platter die vorbestraften Sextäter polizeilich stärker beobachten lassen, um eine bessere Kontrolle über den jeweiligen Aufenthaltsort zu ermöglichen. „Ziel ist der größtmögliche Schutz der Kinder vor Sexualstraftätern“, so der Minister. Eine öffentliche Bekanntmachung von Sexualstraftätern – wie sie vor allem von Eltern gefordert wird – wird es aber nicht geben.

Zehn Jahre Gen-Datenbank

Vor zehn Jahren wurde die österreichische DNADatenbank in Betrieb genommen. Heute ist sie die fünftgrößte derartige Gen-Datenbank der Welt und das erfolgreichste Werkzeug zur Klärung von Straftaten über Spuren. Die Datenbank enthält 90.000 genetische Fingerabdrücke von Straftätern, deren Namen man kennt. Außerdem 30.000 anonyme DNA-Spuren, die Verbrecher durch verlorene Haare, Blut, Sperma, Speichel oder zum Beispiel Hautschuppen am Tatort zurückgelassen haben. Die österreichische Datenbank gehört aber auch wissenschaftlich und organisatorisch zur Weltspitze. So hat das österreichische Bundeskriminalamt die Interpol-DNA-Datenbank aufgebaut und gemeinsam mit Deutschland die europäische DNA-Software entwickelt.

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