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Paszek nach guter Leistung out

Österreichs große Nachwuchshoffnung Tamira Paszek ist am Donnerstagabend im Achtelfinale des Generali Ladies in Linz ausgeschieden. Dennoch war schon der Einzug ins Achtelfinale ein großer Erfolg. Perfekter Start

Damit ist Sybille Bammer am Freitag (14:00) wie erwartet Österreichs einzige Vertreterin im Viertelfinale, die Oberösterreicherin trifft auf Nadja Petrowa (RUS-3).

Interview: Tamira Paszek will kein „Wunderkind“ sein

Für Tamira Paszek ist das „Abenteuer“ des ersten großen WTA-Turniers seit Donnerstagabend zu Ende. Das 14-jährige Riesen-Talent konnte aber mit seinem Auftritt in Linz überaus zufrieden sein. Die Vorarlbergerin, die nun bald wieder die Schulbank im BRG Schoren drückt, wird am Montag erstmals im WTA-Ranking aufscheinen. Sie hat mit für ihr Alter beeindruckendem Tennis und herausragender mentaler Reife aufgezeigt, als „Wunderkind“ will sie sich deshalb aber überhaupt nicht bezeichnet wissen.

„Ich bin doch ein ganz normales, 14-jähriges Mädchen, das gerne Tennis spielt. Ich bin für mich kein Wunderkind. Ich bin ja nicht mit dem Tennis-Schläger in der Hand auf die Welt gekommen“, stellt die Dornbirnerin klar. Das Alter, so Paszek, spiele im Sport doch keine Rolle.

Und beinahe hätte sie das nach ihrem hart erkämpften 7:6,1:6,7:5-Auftaktsieg über die 19-jährige Jelena Wesnina (RUS) auch im Achtelfinale des Generali Ladies noch bewiesen. Gegen die zwar erst 17-jährige Ana Ivanovic, die aber im Ranking schon Nummer 17 der Welt ist und wohl bald die Top Ten angreifen wird. 5:4, 15:0 führte Paszek im ersten Satz nach einem Break schon, doch dann machten sich die doch noch ungewohnten Strapazen des Vortages, als sie 2:32 Stunden auf dem Platz gestanden war, bemerkbar.

„Ich war nach dem ersten Satz schon sehr müde und konnte im zweiten Satz kaum noch rennen“, gestand Österreichs große Nachwuchshoffnung. Grund zur Enttäuschung gab es aber weder für sie, noch für die Beobachter. „Man kann ja nicht alles gleich beim ersten Mal schaffen. Ich war ja zum ersten Mal bei so einem Turnier dabei.“ Aber Tamira hat gesehen, dass sie vom Tempo her mithalten kann. „Das war kein Problem. Die Top-Spielerinnen haben halt mehr Match-Erfahrung und Routine, das ist eigentlich der einzige Unterschied.“

Auch wenn sie gesehen hat, wie nahe sie schon dran ist, ungeduldig wird Tamira deshalb nicht. „Ich möchte nichts überstürzen und alles schön langsam angehen. Ich bin ja auch körperlich noch nicht ausgewachsen“, sagte Paszek. Mit derzeit 1,65 m ist sie freilich nicht gerade eine Riesin, Ivanovic ist beispielsweise gleich 18 Zentimeter größer. Laut Wachstumsprognosen soll Paszek noch auf 1,72 m zulegen. „Aber das glaub ich noch nicht so wirklich“, meint sie lachend.

Und auch die Schule mit der Matura als Abschluss möchte Tamira, so weit irgendwie möglich, unbedingt fertig machen. „Es ist eh schon viel mit dem Direktor abgesprochen, die Schule wird mich weiter stark unterstützen. Und wenn ich nur alle drei Monate in der Schule bin.“ Es gäbe ja auch andere Wege via Internet usw. In aller Ruhe wird sie sich mit Familie und Trainerteam zusammensetzen und die weitere Planung besprechen. Ein Challenger soll heuer noch gespielt werden, der Turnierkalender 2006 wird noch nicht so dicht gepackt sein. Fix eingeplant ist aber auch wieder der Fed Cup im April auswärts gegen Spanien.

„Ich bin jetzt ein Mal happy, dass ich da sein durfte und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder hier bin“, bleibt Paszek bescheiden. Die Einladung der Turnierleitung ist ihr wohl sicher.

Bammer weiter, Paszek out

Sieg und Niederlage für Österreichs zwei Vertreterinnen im Achtelfinale des Generali Ladies in Linz: Sybille Bammer qualifizierte sich erstmals für das Viertelfinale dieses Turniers, Nachwuchshoffnung Tamira Paszek musste sich nach guter Leistung geschlagen geben. Bammer rang die Russin Wera Duschewina nach 1:50 Stunden mit 7:5,6:4 nieder und steht zum zweiten Mal in ihrer Karriere in einem Viertelfinale der WTA-Tour. Für die erst 14-jährige Paszek gab es nach dem 5:7,1:6 gegen die Weltranglisten-17. Ana Ivanovic (SCG-8) aber auch keinen Grund, Trübsal zu blasen.

„Ich war zu Beginn schon sehr nervös, weil ich noch nie bei einem so großen Turnier im Achtelfinale gestanden bin“, gestand Bammer. „Dazwischen habe ich kurz einmal daran gezweifelt: ’Wie gut bin ich wirklich’! Aber das tolle Publikum hat mir Selbstvertrauen gegeben“, freute sich die junge Mutter. Bammer wird sich im Ranking vom derzeit 93. Platz in die Top 80 schieben. In der Runde der letzten Acht trifft Bammer am Freitag (14:00 Uhr) auf die als Nummer drei gesetzte Russin Nadja Petrowa.

Nach Kolkata (vormals Kalkutta) steht Bammer also zum zweiten Mal im Viertelfinale auf der WTA-Tour. „Das ist mein bisher größter Erfolg“, freute sie sich. Erstmals seit dem Rücktritt von Barbara Schett ist das einer Österreicherin auch in dieser Kategorie gelungen. Gegen Petrowa wird es die Ottensheimerin freilich weit schwieriger haben. „Sie serviert sehr stark und ist schwer zu breaken. Da wird es sehr wichtig sein, dass ich mein Service halten kann.“

Wie sich Bammer ihren Aufstieg in diesem Jahr erklärt? „Ich bin nervlich stärker und von der Grundlinie kompakter geworden. Auch das Tempo tut mir nicht mehr so viel. Und wenn der Ball ein Mal im Spiel ist, bin ich schwer zu schlagen“, strotzt die Oberösterreicherin mittlerweile vor Selbstvertrauen. Was sie gegen die Weltranglisten-Zehnte auch brauchen wird.

Für die elf Jahre jüngere Tamira Paszek war Linz ebenfalls ein Riesenerfolg: Mit nur 14 Jahren debütierte die Vorarlbergerin dank einer Wild Card auf der WTA-Tour und gewann gleich eine Runde. Und selbst gegen die 17-jährige Weltranglisten-17., Ana Ivanovic aus Serbien-Montenegro, hatte sie zumindest einen Satzgewinn auf dem Schläger, was eigentlich eine Sensation ist.

Mit einem Break zum 5:4 schuf sich Paszek im ersten Satz diese Ausgangsposition, drei Punkte fehlten zum Satzgewinn. „Da habe ich dann meinen Aufschlag abgegeben, das ist ziemlich zäh gegen eine Top-Spielerin“, meinte Paszek. Die 1,83 m große Ivanovic schlug zurück und holte sich Satz eins nach 46 Minuten und überhaupt acht Games en suite. Im zweiten übernahm die Favoritin bald das Kommando. Vor allem nachdem Paszek ein 0:40 bei Aufschlag Ivanovic im ersten Game vergeben hatte und dann selbst ein Break zum 0:2 hinnehmen musste. Erst bei 0:5 gelang Paszek das Ehrengame. Dennoch, eine tolle Leistung der Dornbirnerin.

„Ich war noch ziemlich müde vom Vortag, aber es war eine gute Erfahrung, gegen eine Top-Spielerin zu spielen. Es war eine tolle Woche für mich, ich konnte auch mit vielen guten Spielerinnen trainieren und auch die Atmosphäre war super“, resümierte Paszek. Bammer und Paszek waren übrigens die ersten beiden Achtelfinalistinnen aus Österreich in Linz seit 1999, als Barbara Schwartz, Barbara Schett und Sylvia Plischke in der Runde der letzten 16 standen. Bammer ist die erste rot-weiß-rote Viertelfinalistin in Linz seit fünf Jahren (ebenfalls Schett).

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