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"Parallel Vienna" als "Sprungbrett" in der Semmelweis-Kinik

Wo früher Kinder zur Welt kamen, gibt es im Herbst Kunst.
Wo früher Kinder zur Welt kamen, gibt es im Herbst Kunst. ©APA/Parallel Vienna
Eine künstlerische "Wiedergeburt" erlebt die ehemalige Semmelweis-Klinik in Wien diesen Herbst: Die Kunstmesse "Parallel Vienna" wird von 7. bis 12. September zwei Gebäude der früheren Spitalsanlage bespielen. "Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, der auch viele Analogien erlaubt", betonte der künstlerische Direktor Stefan Bidner am Dienstag bei einem Pressetermin. Die Location sei zwar "nicht so nah am Zentrum, aber wirklich eine Reise wert".

Dafür sollen erneut rund 130 Aussteller sorgen, wobei die Parallel wie üblich auf Galerien, Projekte und Artist Statements setzt. "Wir sind im neunten Jahr und haben einiges an Pionierarbeit geleistet. Weltweit sind wir wohl eines der innovativsten Formate in Sachen Kunstmesse", so Bidner. "Es ist auch jedes Jahr eine Leistungsschau der Künstler, die hier leben und arbeiten." In dieser Hinsicht habe die Parallel schon mehrfach als "Sprungbrett" fungiert. "Das ist eine Leistung der Messe, die man hervorheben sollte."

Thematisch soll heuer ein Schwerpunkt auf digitale Kunst gelegt werden, sagte Geschäftsführer Daniel Haider. "Wir sind gerade dabei, das Konzept zu finalisieren." Womöglich wird dafür noch ein drittes Gebäude genutzt. Der Gastrobereich soll wiederum im Außenbereich zwischen den beiden Haupthäusern eingerichtet werden. Verzichten muss man allerdings auf abendliche Events oder Partys, da man sich in einer Wohngegend befinde. "Dafür gibt es umso mehr Kunst", so der zweite Geschäftsführer Kaveh Ahi.

Er kündigte auch einen Shuttlebus zwischen Innenstadt und Messeareal an. Von wo dieser genau starten wird, darüber mache man sich derzeit noch Gedanken. "Die Gebäude zu ertüchtigen, ist jedenfalls eine große Herausforderung", verwies Ahi darauf, dass diese seit 2019 nicht genutzt wurden. "Also zwei Jahre kein Strom, kein Wasser." Zudem seien etliche behördliche Genehmigung vonnöten, um die Parallel Vienna hier stattfinden lassen zu können. "Und all das müssen wir in zwei, drei Monaten schaffen."

Zudem ist man diesmal ganz "eigenständig" unterwegs. Bisher wurde die Messe parallel zur vienna contemporary veranstaltet. "Heuer haben wir uns aber getraut, das Datum selbst auszusuchen", so Ahi. "Wir werden sehen, wie sich der neue Termin auswirkt. Nun kann man sagen: Wir sind parallel zu uns selbst." Inhaltlich bleibt man sich hingegen treu und setzt auf Konstanz, wie Bidner betonte. "Es geht uns auch darum, den Künstlern, Galerien und Vereinen eine Plattform zu bieten."

Einen Ausblick gab es dann doch: Künftig soll Parallel Vienna internationaler aufgestellt werden. Das sei aber auch eine Frage des Geldes, wie die Organisatoren erklärten. "Das ist einfach ein anderer Sprung", so Bidner. Denkbar sei aber, etwa bei Veranstaltungen wie der Art Basel vor Ort Interventionen durchzuführen. "Wir wollen jedenfalls präsent sein", so Ahi. Und mit "Parallel Vienna Editions" habe man dieses Frühjahr bereits einen Ableger gestartet. "Wir haben Blut geleckt und wollen noch mehr veranstalten." Ideen gibt es derzeit zu einem Projekt in Oberösterreich.

(S E R V I C E - Kunstmesse "Parallel Vienna" von 7. bis 12. September in der ehemaligen Semmelweis-Klinik, Haus 1 und 2, Bastiengasse 36-38, 1180 Wien. )

(APA)

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