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Papst dankt jenen, die Kirche treu sind

©APA
Papst Benedikt XVI. hat auf dem Flug nach Österreich Freitagvormittag all jenen gedankt, die aufgrund der Krise der katholischen Kirche Österreichs in den 90er Jahren "gelitten" haben.

„Ich weiß, dass die Kirche in Österreich schwierige Zeiten erlebt hat, umso mehr bin ich all jenen dankbar – Laien, Geistlichen und Priestern -, die trotz der Schwierigkeiten der Kirche und dem Zeugnis Jesu treugeblieben sind, und die in der Kirche der Sünder das Antlitz Christi erkannt haben“, sagte der Heilige Vater auf Fragen von Journalisten. Nachfolgend eine Aufzeichnung des Gesprächs des Papstes mit Journalisten auf dem Flug von Rom nach Wien.

Frage: Welche Bedeutung hat für Sie diese Reise nach Österreich?

Papst Benedikt: Diese Reise ist für mich eine Rückkehr nach Österreich und will eine Pilgerreise sein, die sich in den Strom der Pilgerreisen stellt. So werde ich Pilger unter Pilgern sein, unter den Betenden beten. Ich finde dieses Zeichen der Einheit wichtig, denn der Glaube schafft Einheit zwischen Völkern. Diese Pilgerreise ist ein Zeichen der Kraft der Wiedervereinigung, den es im Glauben gibt und ein Zeichen der Universalität der Glaubensgemeinschaft, ein Zeichen der Demut, und unseres Vertrauens in Gott. Wir brauchen alle die Hilfe Gottes. Diese Reise ist auch Ausdruck der Liebe für die Muttergottes.

Frage: Die österreichische Kirche hat in den 90er Jahren eine schwierige Phase mit pastoralen Spannungen und Angriffen erlebt, meint der Heilige Vater, dass diese Schwierigkeiten überwunden sind? Meinen Sie, dass dieser Besuch helfen kann, die Wunden zu heilen und die Einheit in der Kirchen zu fördern auch unter denjenigen die sich am Rande der Kirche fühlen?

Papst Benedikt: Ich möchte all jenen danken, die in diesen letzten Jahren gelitten haben. Ich weiß, dass die Kirche in Österreich schwierige Zeiten erlebt hat, umso mehr bin ich all jenen dankbar – Laien, Geistlichen und Priestern -, die trotz der Schwierigkeiten der Kirche und dem Zeugnis Jesu treugeblieben sind. Und die in der Kirche der Sünder das Antlitz Christi erkannt haben. Ich meine, dass diese Schwierigkeiten vollkommen überwunden sind. Das Leben in diesem Jahrhundert, so wie in all diesen Jahrhunderten bleibt schwierig. Auch der Glaube erlebt stet schwierige Umstände. Ich hoffe, dass ich bei der Heilung dieser Wunde helfen kann. Es ist wahr, dass es eine neue Freude im Glauben gibt, dass es einen neuen Schwung in der Kirche und ich möchte vorwärtsschreiten. Indem wir den Glauben in der Kirche erleben, können wir zu unserem Ziel in unserem Leben gelangen und zu einer besseren Welt beitragen.

Frage: Österreich ist ein Land mit tiefkatholischen Wurzeln, es zeigt aber trotzdem Zeichen der Säkularisierung. Mit welcher Botschaft der spirituellen Ermutigung wird sich der Heilige Vater an die österreichische Gesellschaft wenden?

Papst Benedikt: Wir brauchen Gott und eine Orientierung, die unserem Leben eine Richtung gibt. Ein Leben ohne Orientierung ohne Gott bleibt leer. Der Relativismus relativiert alles, am Schluss kann man Gutes und Böses nicht mehr unterscheiden. Wir brauchen Gott, Christus und eine große Kommunion in der Kirche, die die Völker vereint und versöhnt.

Frage: Wien ist Sitz großer internationaler Organisationen und ist traditionsgemäß ein Treffpunkt zwischen West und Ost. Will der Heilige Vater auch Botschaften zur internationalen Politik zum Frieden, zu den Beziehungen zur Orthodoxie und dem Islam schicken, um die Divergenzen und Polemiken zu überwinden?

Papst Benedikt: Dies ist keine politische Reise, sondern eine Pilgerreise. In einer derart kurzen Zeit sind keine Treffen mit anderen religiösen Konfessionen geplant – nur ein Moment vor der Shoah-Denkmal, um unsere Traurigkeit und Treue sowie unsere Freundschaft mit den jüdischen Brüdern auszudrücken. Wir wollen in dieser großen Verbundenheit voranschreiten, die Gott mit seinem Volk geschaffen hat. Es sind keine große Botschaften vorgesehen. Nur zu Beginn des Besuches mit der politischen Welt möchte ich das Thema der christlichen Wurzeln Europas ansprechen. Es ist logisch, dass der Dialog sowohl mit den anderen Christen, den Moslems und den anderen Religionen in unserem Handeln stets präsent ist. Auch wenn es angesichts des spezifischen Charakters dieser Reise nicht so explizit zum Ausdruck kommt.

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