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Papst betet für Frieden im Nahen Osten

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsansprache weitere positive Entwicklungen im Irak, dem Nahen Osten und dem Libanon gefordert. Die ersten Zeichen der Hoffnung dort müssten bestätigt werden.

Dies sagte der Heilige Vater am Sonntag vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Anschließend erteilte er den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ für die Stadt und den gesamten Erdkreis. Der Papst hatte bereits in der Christmette für Frieden im Nahen Osten gebetet. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, forderte unterdessen die Beendigung jeglicher Gewalt im Heiligen Land.

Gemäß der von seinem Vorgänger Johannes Paul II. begonnenen Tradition sprach der Papst Weihnachtsgrüße in 32 Sprachen, darunter Arabisch, Hebräisch und Chinesisch. Die „Männer und Frauen des dritten Jahrtausends“ rief der Papst auf, sich dem Glauben zuzuwenden und angesichts der technologischen und intellektuellen Errungenschaften der modernen Zeit nicht in „geistige Armut und Leere des Herzens“ zu verfallen. Ohne das „Licht des Glaubens“ sei die Welt ein dunkler und armer Ort, mahnte Benedikt XVI. Er betete für Frieden und ein Ende der Konflikte in Afrika und erwähnte dabei besonders die humanitäre Krise in Darfur.

In seiner ersten Weihnachtspredigt als Papst ging der frühere Kardinal Joseph Ratzinger bei der Christmette im Petersdom besonders auf die Lage im Nahen Osten ein: „In dieser Nacht, in der wir auf Bethlehem schauen, wollen wir aber auch ganz besonders für den Geburtsort des Erlösers beten und für die Menschen, die dort leben und leiden. Wir wollen beten um Frieden im Heiligen Land: Herr, schau auf diesen Fleck Erde hin, der Dir so lieb ist als Deine menschliche Heimat. Lass dort Dein Licht aufleuchten. Lass dort Friede werden.“

Weiters sprach Benedikt XVI. ein besonderes Gebet für die Kinder in aller Welt – auch die ungeborenen. Mit Bezug auf das Kind in der Krippe sagte der Papst: “Über jedem Kind steht etwas vom Strahl dieses Heute, von der göttlichen Nähe, die wir lieben und der wir uns beugen sollen – über jedem Kind, auch über dem ungeborenen.“

Unterdessen feierten rund 30.000 Pilger und Touristen das Weihnachtsfest in Bethlehem. Angesichts einer viel besseren Sicherheitslage gab es heuer in der Geburtsstadt Jesu weitaus mehr Besucher als in der Jahren zuvor. Bei der Christmette in der Geburtskirche ermahnte der lateinische Patriarch Sabbah Israel und die Palästinenser zur Beendigung jeglicher Gewalt. Beide Seiten sollten die Vergangenheit hinter sich lassen und Platz für den Beginn einer neuen Zukunft machen, sagte der Patriarch in der Nacht zum Sonntag.

Der palästinensische Christ Sabbah verurteilte die israelische Praxis der gezielten Tötung von Extremisten. Maßnahmen dieser Art hätten weder die Sicherheitslage verbessert noch die Spirale der Gewalt aufgehalten. Zurzeit bestehe im Nahen Osten jedoch Hoffnung auf eine neue politische Realität – trotz vieler Komplikationen und Verzögerungen. Diese Situation könnten „Politiker mit guten und ehrlichen Absichten“ zum Segen der Menschen in der Region nutzen.

Trotz nasskalten Winterwetters strömten zahlreiche Menschen auch am Christtag zur Geburtskirche in Bethlehem. Vor dem Gotteshaus bildeten sich lange Warteschlangen. Es war die größte Ansammlung in der Stadt seit Beginn der zweiten Intifada (Palästinenseraufstand) vor gut sechs Jahren. „Das ist eine sehr, sehr außergewöhnliche Weihnacht“, sagte der örtliche Polizeichef Abdel Rahman Ghayatha. In der ersten Zeit der Intifada kamen an den Festtagen höchstens einige hundert Besucher, 2004 waren es etwa halb so viele wie in diesem Jahr.

An den Feierlichkeiten in Bethlehem nahm auch der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas teil. Er kritisierte in einer Fernsehansprache den Sperrwall, der die Stadt im Westjordanland vom nahe gelegenen Jerusalem abtrennt. Die Palästinenser versuchten, Brücken zu bauen, während die Israelis eine Mauer errichteten.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon äußerte in Jerusalem die Hoffnung, dass das Neue Jahr Israel und den Palästinensern gleichermaßen Frieden und Sicherheit bringen werde. Zugleich wünschte er den Christen in seinem Land ein frohes Weihnachtsfest. Sharon nahm am Sonntag eine Woche nach seinem leichten Schlaganfall seine Regierungsgeschäfte im vollen Umfang wieder auf.

Papst dankte bei Christmette für Friedenslicht aus Oberösterreich

Papst Benedikt XVI. hat bei der Christmette im Petersdom für den Christbaum aus Oberösterreich und für das Friedenslicht gedankt, das ihm von einer oberösterreichischen Delegation am 17. Dezember überreicht worden war. „Gemeinsam mit dem Weihnachtsbaum haben uns unsere österreichischen Freunde eine kleine Flamme gebracht, die sie in Bethlehem angezündet hatten. Sie wollen uns damit das wahre Geheimnis des Weihnachtsfestes und den inneren Glanz, der vom Jesuskind ausstrahlt, vermitteln“, sagte der Papst vor tausenden von Gläubigen.

„Lassen wir zu, dass dieser innere Glanz uns erfüllt und in uns die Flamme der Güte Gottes anzündet“, fügte Benedikt XVI. hinzu.

Der 6,8 Tonnen schwere Christbaum, der aus dem Revier Hinterwald der Revertera’schen Gutsverwaltung im Mühlviertel stammt, steht neben der traditionellen Krippe am Fuße des Obelisken in der Mitte des Petersplatzes. Rund 30 weitere Bäume, die unter anderem die Privatgemächer des Papstes schmücken, kommen aus dem Revier Sternwald der Starhemberg’schen Forstverwaltung.

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