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Papst: „Betet für mich“

Der Auftritt des Papstes, der zwei Minuten dauerte, kam überraschend. Der Papst, der sich am Fenster mit Kardinal-Staatssekretär Sodano und seinem persönlichen Sekretär zeigte, griff sich kurz an den Hals. 

Dort war er am Donnerstag operiert worden. Ein Luftröhrenschnitt soll dem von der Parkinson-Krankheit gezeichneten Polen das Atmen erleichtern. Der Papst saß in einem Rollstuhl und hatte seine weiße Amtssoutane an, seine Gesichtszüge waren steif.

Zuvor hatte der argentinische Kardinal Leonardi Sandri auf dem Petersplatz das Angelus-Gebet verlesen. Darin bat der Papst für Gebete auf seinem Leidensweg, er dankte für die Genesungswünsche und für die seelische Unterstützung, die er während der Krankheit von den Gläubigen erhalten habe. „Jede Form von Schmerz ist ein göttliches Versprechen auf Rettung und Freude. Ich möchte, dass diese Hoffnungsbotschaft jeden erreichen würde, der im Körper und im Geist leidet“, sagte der Papst laut Sandri.

Der Pontifex bat die Muttergottes um Hilfe, damit er und die Menschen ihre täglichen Pflichten erfüllen können. Zugleich wiederholte er die Worte „Totus tuus“ (Ganz dein), mit denen er sein Schicksal in die Hände Mariens legte. „Der Heilige Vater ist nicht bei uns, aber er verfolgt das Gebet aus der Gemelli-Klinik“, sagte Sandri.

Zum zweiten Mal binnen eines Monates erteilte der Papst seinen Segen von der römischen Poliklinik Gemelli aus. Bereits vor drei Wochen hatte er sich bei seiner ersten Einlieferung wegen akuter Atembeschwerden vom Fenster des Krankenhauses gezeigt, dessen zehntes Stockwerk ganz zur Verfügung des Papstes steht. Anfang Februar war der Papst elf Tage im Krankenhaus geblieben, diesmal ist es ungewiss, wie lang der Aufenthalt in der katholischen Universitätsklinik dauern wird. Nach Angaben von Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro Valls wird am morgigen Montag ein ärztliches Bulletin über den Zustand des 84 Jahre alten Kirchenoberhaupts bekannt gegeben.

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