Pakistan will friedliche Wahl in Afghanistan

Erstmals seit dem Sturz des Taliban-Regimes findet in Afghanistan am Sonntag eine Parlamentswahl statt. Tausende Soldaten sind entlang der Grenze in erhöhter Alarmbereitschaft.

Aus Militärkreisen verlautete am Samstag, die Regierung in Kabul und die alliierten Truppen dort hätten Islamabad um Hilfe gebeten. An der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan sind etwa 80.000 Soldaten stationiert, die Grenzübertritte von Al-Kaida-Mitgliedern verhindern sollen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der pakistanische Militärsprecher Shaukat Sultan erklärt, weitere 9.500 Soldaten seien in die Grenzregion geschickt worden, um Versuche von Terroristen zu vereiteln, die Wahl in Afghanistan zu stören.


Die Parlamentswahl in Afghanistan am Sonntag ist die erste seit mehr als 30 Jahren. Die UNO hat den Urnengang als historisch bezeichnet und die Wähler zu reger Beteiligung aufgerufen. Im Folgenden die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Wahl:

WAHLBERECHTIGTE: Knapp 12,4 Millionen Menschen haben sich für die Stimmabgabe bei der Parlamentswahl und der Wahl der Provinzparlamente registrieren lassen. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen Oktober waren es nur 10,5 Millionen registrierte Wähler. 76 Prozent von ihnen gaben damals ihre Stimme auch tatsächlich ab.

KANDIDATEN: Rund 2.800 Kandidaten bewerben sich um die 249 Sitze im Parlament, der Wolesi Jirga (Haus des Volkes), rund 3.000 Kandidaten um die 420 Sitze in den Provinzparlamenten. Etwa zehn Prozent von ihnen sind Frauen. Das Wahlrecht lässt keine Parteien, sondern nur Einzelpersonen zu.

WAHLLOKALE: In den mehr als 6.000 Wahlbezirken wurden mehr als 26.000 Wahllokale eingerichtet. In entlegenen Gegenden wurden mangels passender Gebäude insgesamt 134 Zelte aufgeschlagen.

WAHLUNTERLAGEN: Rund 39 Millionen Stimmzettel wurden gedruckt – fast drei Mal so viel wie voraussichtlich gebraucht. Jedes Wahllokal erhält einen Vorrat von Wahlunterlagen, sollten überraschend viele Wähler kommen. Jeder Wähler kann sich das Wahllokal in seinem Bezirk aussuchen.

WAHLBEOBACHTER: Mehr als 5.000 Wahlbeobachter wachen über den Ablauf der Abstimmung – 491 internationale Beobachter und 4.600 Afghanen. Zusätzlich beobachten von den Kandidaten ausgesuchte 77.300 Helfer den Urnengang.

SICHERHEIT: Aus Angst vor Anschlägen radikaler Islamisten werden rund 100.000 afghanische Soldaten am Wahltag im Einsatz sein. Sie werden unterstützt von zehntausenden NATO- und US-Soldaten, die in Afghanistan stationiert sind.

KOSTEN: Die Wahl soll rund 160 Millionen Dollar (rund 130 Millionen Euro) kosten. Das Geld stammt von der internationalen Gemeinschaft.

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